Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] Die kleine Feder





  • Preis: 10,00€
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 96
  • Verlag: Atlantik Verlag
  • Autor/in: Giorgio Faletti
  • Übersetzer/in: Gaby Wurster
  • ISBN: 978-3-455-37032-4






Eine Feder fliegt umher, schwirrt herum und begegnet dabei vielen Menschen. Menschen die nur sich selbst im Blick haben und nicht mehr wahrnehmen als das was direkt vor ihren Augen passiert. Die Feder bleibt unentdeckt und belauscht die Gesprächer dieser Menschen. Die Menschen sind unglücklich und scheinen einfach nicht zu verstehen. Und so fliegt die Feder weiter bis sie den einen Menschen trifft, der es tut...

Es ist natürlich sehr schlicht, während ich den Schriftzug und die Feder selbst aber noch sehr gerne mag, bin ich kein Freund von der Farbe. Lila ist einfach gar nicht meins, in hundert Jahren nicht und harmoniert für mich auch nicht gut mit dem weißen, aber was solls. Der Klappentext klang einfach zauberhaft. :)

Bei nur 96 Seiten kann man sich schon mal Fragen was ist das für ein Buch, ist es überhaupt ein Buch? :D Wenn man dann noch das kleine Format des Büchleins beachtet, dann weiß man es wird ein kurzes Lesevergnügen und die Geschichte ist eher ein Geschichtchen. Dennoch hab ich es schon häufig erlebt, dass gerade manchmal die kurzen Bücher einfach nur ein wunderschönes Lesevergnügen ist, das voller Weisheit und Nachdenklichkeit sprüht und allein der Inhalt des Buches verspricht genau das!

Und ja es hält was es verspricht, von daher sind die 10€ für dieses Büchlein vielleicht etwas hoch gegriffen, auf den ersten Blick, aber ich finde wenn Literatur einem so viel mehr und so viel wichtigeres als Geld zurück gibt, dann ist das einfach unbezahlbar und das war hier für mich der Fall, von daher lohnt es sich einfach.

Die Idee der Geschichte fand ich allein schon unheimlich interessant, Federn verbinde ich immer mit Leichtigkeit und auch ein bisschen mit Unschuld, von daher war es für mich ein sehr interessantes Ereignis wie die Feder auf Menschen trifft die nichts von dem an sich haben. Und der Feder somit auch Sachen zeigen für die sie, in meinen Augen, nicht gemacht ist.
Die Reise ist sehr kurzlebig aber bei jedem Stop den die Feder einlegt gibt es eine Botschaft mit auf den Weg, denn die einzelnen Szenarien zeigen alle verschiedene Situationen vom menschlichen Fehlverhalten.
So manches mal hat mich das ein bisschen an "Der kleine Prinz" erinnert der auf die verschiedene Planeten reist und fehlerhafte Menschen vorfindet. Das fand ich sehr schön und hat bei mir, als großer Fan vom Prinzen, für Geborgenheit gesorgt, sodass ich mich viel leichter von der Reise der Feder hab einnehmen lassen können und sofort über die einzelnen Situationen nachdenken musste, auch im Bezug auf mein eigenes Leben.
Manchmal vermag es dann schon wachzurütteln und ich mag es einfach wenn ein Buch es schafft das eigene Handeln bewusster werden zu lassen, weil man sich auf einmal denkt; huch so hab ich mich auch schon mal verhalten - vielleicht nicht so extrem aber im weitesten Sinne.

Man ist natürlich schnell mit dem Buch durch, aber es bleibt halt haften weil es ein Buch mit Aussage hat, von daher ist es dann doch nicht ganz so kurzweilig wie man denken mag.
Der Schreibstil ist zu dem einfach wunderschön, die Reise der Feder wird - passenderweise - auf eine sehr zarte Art und Weise beschrieben, es wirkt einfach komplett harmonisch und teils ist es ein bisschen verschnörkelt und umspielt, der Autor vermag es aber dennoch auf den Punkt zu kommen wenn es nötig ist, hat mich wirklich berührt und begeistert. :)

Ich denke wenn man über ein so kleines Buch so viel positives zu sagen hat, wie ich gerade dann spricht das für sich. Es ist einfach eines dieser Bücher die es schaffen konnten mich nachhaltig zu prägen und ein Platz in meinem Herzen zu gewinnen, einfach wunderschön. :)

Mittwoch, 28. Dezember 2016

[Rezension] Während du stirbst







  • Preis: 9,99€ [D]
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 416
  • Verlag: Blanvalet
  • Autor/in: Tammy Cohen
  • Übersetzer/in: Bernd Stratthaus
  • ISBN: 978-3-7341-0219-6




Jessica Gold will eigentlich nur letzte Weihnachtseinkäufe erledigen als sie in Dominic Laceys Hände gerät, getrieben durch ihre Unzufriedenheit in ihrer Beziehung mit Travis, lässt sie sich auf Dominics Schmeicheleien ein und geht mit ihm nach hause.
Dominic denkt nicht mehr daran sie gehen zu lassen und Jessica merkt schnell, dass Dominic diese Tat genaustens geplant hat, an jedem Tag hat er ein Geschenk für sie, zwölf insgesamt und jedes dieser Geschenke zeigt ihr mehr von seiner Persönlichkeit, eines ist grausamer als das andere und Jessica weiß, das letzte Geschenk bedeutet ihren Tod...

Ich mag das Cover ziemlich gern, vor allem auch die Prägung der Schleife. Natürlich ist es insgesamt sehr schlicht, aber es sind hier die kleinen Details die meine Neugierde geweckt haben. :)

Wie ihr in meinem letzten Post lesen konntet, sitzt derzeit eine riesige Flaute auf meinen Schultern herum, im letzten Jahr habe ich mir Während du stirbst gekauft und hab ertst viel später mitbekommen, dass diese Geschichte an Weihnachten spielt und hab es allein deswegen erst einmal subben lassen. Nun war Weihnachten da und ich hab einfach mal danach gegriffen in der Hoffnung, dass vielleicht ein Psychothriller, meine Neugierde packen würde und tatsächlich habe ich es geschafft dieses Buch in nur drei Tagen zu beenden. Ob das nun die Heilung meiner Flaute ist weiß ich nicht, das will ich noch nicht mal hoffen aber es ist ein tolles Gefühl endlich mal wieder mit Freude, Spannung und Erwartung gelesen zu haben und immer zu zum Buch greifen zu wollen (und zwar weil das Buch spannend ist und nicht weil das schlechte Gewissen einen plagt). :D

Das Buch hat mich wirklich schnell gefesselt, zu einem erleben wir Jessica in ihrer Gefangenschaft aber auch die Suche nach ihr und das Leben der Ermittlerin Kim ist ein wichtiger Bestandteil des Buches. Ich fand Jessica sehr interessant, sie ist von Anfang an ein eher undurchsichtiger Charakter und ich mochte es sehr sie auf der einen Seite von sich selbst reden zu hören und dann zu sehen wie ihr Umfeld sie wahrgenommen hat, das hat mich sehr interessiert, so dass ich gar nicht allzu traurig war, dass es insgesamt doch ein bisschen dauert bis die Sache mit Dominic gestalt annimmt und man erfährt was es mit diesen Geschenken auf sich hatte.
Was sich dahiner verbarg hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, letztendlich war es anders als ich dachte, denn die Geschenke die er Jessica macht zeigen eigentlich nur Teile aus seiner Vergangenheit, aber das ist alles sehr gekonnt inszeniert und was man dadurch von ihm erfährt und was das gleichzeitig für Jessica bedeutet, hat mich wirklich sehr angeekelt und schockiert, so dass ich diese Geschenke insbesondere auf der psychischen Ebene absolut heftig und widerwärtig fand.
Dadurch ist aber auch Dominic ein Protagonist der mein Interesse geweckt hat, auch wenn ich ihn immer nur sehr schwer aushalten konnte aber ihn zu analysieren war furchtbar spannend.

Den Teil mit Kim der Ermittlerin war dann eine Sache für sich, sie als Protagonistin mochte ich ebenfalls sehr, aber ihr Privatleben spielt ebenfalls eine große Rolle denn sort steht sie kurz vor einer Scheidung weil ihr Ehemann nicht damit klarkommt, dass sie Überstunden leisten muss. Es ist immer ein schwieriges Thema für mich, weil ich es immer sehr bescheiden finde wie viel Zurückhaltung gerade von Müttern verlangt wird die gerne Arbeiten gehen und auch beruflich was erreichen wollen und immerzu lesen zu müssen, ich komme zurück wenn du deinen Job aufgibst fand ich wirklich beschissen, vor allem weil das ganze Umfeld ihren Mann zugestimmt hat. Das hat mich wirklich genervt und ich konnte das ganze auch nur schwer nachzuvollziehen und für die eigentliche Story war es auch gar nicht wichtig und es hat Kim auch nicht zu einer besseren oder schlechteren Ermittlerin gemacht, von daher hätte ich es schön gefunden wenn die Autorin einen anderen Weg gewählt hätte um Kim mir näherzubringen.

Natürlich gibt es nur noch selten Thriller in denen der Autor nicht versucht den Leser mit fiesen Wendungen zu überraschen, von daher sind auch diese ein Teil davon und auch wenn ich mir ein Bruchstück davon schon erdacht hatte, so gab es doch so viele Details die ich wirklich sehr geschickt fand und die mich überraschen konnten. So dass ich insgesamt sehr beeindruckt war von dem Plottwist der sehr gut funktioniert hat und wunderbar herausgearbeitet war. Nicht jeded Detail hat meinen persönlichen Geschmack getroffen, aber das war für mich okay und mit dem Ende hab ich sehr gut leben können, weil ich immerzu darauf gehofft habe.^^

 Insgesamt bietet das Buch eine tolle Handlung, die mich gefesselt, angewidert und für sich eingenommen hat, es wurde zu einem Pageturner dem ich mich nur schwer entziehen konnte und die Protagonisten kamen mir unheimlich nahe, manchmal zu nahe. Und auch wenn mir nicht jeder Geniestreich der Autorin gefallen hat, war es alles im allem ein Thriller der feinen Sorte.





Freitag, 23. Dezember 2016

Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir...


Hallo meine Lieben,

ja mich gibt es ehrlich auch noch, wenn ich sehe wann mein letzter Post online ging und dann noch einen Blick darauf werfe wann ich das letzte Mal auch wirklich regelmäßig etwas gepostet habe, dann wird mir mein Herz ganz schwer und ich werde traurig.

Mein liebster Blog, mein liebstes Hobby (inkl. dem Lesen) ist für mich derzeit in weite ferne gerückt und irgendwie ist jeder Versuch nach einem Buch zu greifen und es zu lesen ein Griff ins Leere.
Ich hab so eine akkute Unlust was das Lesen betrifft und weil das Lesen meinen Blog nährt und zum Leben erweckt ist auch der, derzeit karg und trostlos..

Am Anfang denkt man sich gut, hab ich halt mal wieder eine Flaute - die trifft doch mal fast jeden von uns, aber wenn man dann merkt, dass diese seit dem Sommer anhält, dann ist es schon unheimlich erschreckend und stimmt mich, wenn ich darüber nachdenke, sehr traurig.
Von daher mein Wunsch an den Weihnachtsmann, er möge mir neben reichlich vielen Geschenken (darauf mag ich dann doch nicht verzichten :D) auch ein Päckchen Leselust mit unter dem Baum legen, denn ich vermisse es und zwar sehr. Mir fehlen die ganzen Welten die auf mich warten, mir fehlt es mich mit der Blogger-Community auszutauschen und mich wirklich als Teil davon zu fühlen, mir fehlt das allles sehr.
Ich sehe meine ungelesenen Bücher und ich habe Lust deren Geschichten kennenzulernen, aber nehme ich sie in die Hand, dann ist da nur noch Frust und das Buch schneller wieder aus der Hand als mir lieb ist. :/

Hach ja, die nächste Zeit hab ich Urlaub und neben den Tagen die ich intensiv mit meinen Liebsten verbringen möchte, gibt es auch genug Tage die nur für mich da sind und ich hoffe ehrlich, dass ich da das Problem ein bisschen in den Griff bekomme. :)
Und wenn ihr Tipps für mich habt dann nur her damit, derzeit bin ich dankbar für alles.^^

Neben meinem Gejaule, wollte ich es mir aber nicht nehmen lassen euch allen ein ganz wunderbares und einzigartiges Fest zu wünschen, mit viel Zauber, Liebe und Geschenken. Ich hoffe ihr habt eure Liebsten um euch herum und könnt die Zeit in vollen Zügen genießen. Es sei denn ihr seid ein Grinch, dann hoffe ich, dass die Zeit wie im Flug vergeht. :D


Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen







  • Preis: 16,99€ [D]
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 304
  • Verlag: Harper Collins
  • Autor/in: Mary Kubica
  • Übersetzer/in: Nele Junghanns
  • ISBN: 978-3-95967-033-3




Heidi Wood war schon immer eine sozial engagierte Frau, die sich den Schicksalen von anderen angenommen hat. Doch eines Tages scheint sie alle Grenzen zu überschreiten, sie nimmt ein obdachloses junges Mädchen und ihr Baby mit zu sich nach Hause.
Ihr Mann und ihre Tochter sind davon nicht allzu begeistert, besonders ihr Ehemann sorgt sich und fürchtet, dass seine Frau sich zu sehr in das Schicksal des Mädchens verliert, ohne diese wirklich zu kennen. Er beginnt zu recherchieren und findet furchtbares heraus...

Ich finde das Cover sehr harmonisch, ich mag das dunkle Bild der Frau mit der weißen Farbe des Schriftzugs, das gibt ein tolles Cover wie ich finde, das meine Neugier definitiv weckt.

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller, denn ich finde der Klappentext mach unglaublich neugierig und gerade wenn es um junge Leute geht, die etwas geheimnisvolles und vielleicht auch böses in sich tragen, wird es meiner Meinung nach richtig spannend, auch auf psychologischer Ebene.
Meine einzige Angst war die, dass ich bereits "Good Girl" von Mary Kubica gelesen habe und ich auch da die Idee sehr interessant fand, das Buch selbst mich aber so gar nicht von sich überzeugen konnte.
Dennoch hat mich Pretty Baby inhaltlich so angesprochen, dass ich es einfach auf einen Versuch ankommen lassen musste und letztendlich bin ich froh drum.

Denn dieser Thriller aus der Feder von Kubica konnte mich alles im allem sehr von sich überzeugen. Besonders gelungen finde ich die Erzählweise des Buches, zu einem lesen wir die Handlung aus der Sicht von Heidi und bekommen dadurch einen sehr guten Einblick ihrer Faszination dem Mädchen gegenüber und es wird auch sehr gut vermittelt, warum sie ihr so verfällt.
Auf der anderen Seite haben wir ihren Ehemann, dessen Perspektive ebenfalls Teil des Buches ist, und er sieht das ganze viel rationaler und misstrauischer, stellt Fragen die man sich als LeserIn selbst schon gestellt hat und wundert sich mit ihm über alles was passiert.
Das allein fand ich als Mischung zum ziemlich gut gewählt, für mich war die Balance dort auch sehr gut, denn sie beide sind sehr extrem in ihrer Haltung und stellen so zwei perfekte Gegensätze dar.
Das hat mir sehr gut gefallen und ich kann mich persönlich gar nicht darauf festlegen, welche Perspektive mir besser gefallen hat und das ist immer etwas sehr positives. :)
Ich hab mich auf jeden Fall in beiden Teilen sehr wohl gefühlt und konnte nicht aufhören zu lesen.

Aber es ist noch eine weitere Perspektive vorhanden, nämlich die von Willow (das mysteriöse obdachlose Mädchen). Willows Sicht erzählt meistens die Vergangenheit, es erzählt ihre Lebensgeschichte, wie es dazu kam das sie als obdachlose gemeinsam mit einem Baby am Bahnsteig vorzufinden war.
Natürlich ist man sofort gefesselt von ihrer Lebensgeschichte, denn man möchte unbedingt herausfinden was ihr Geheimnis ist, ob sie wirklich gefährlich ist und natürlich stellt sich die Frage ob die Familie Wood wirklich in Gefahr schwebt, durch sie.
Das alles hat dazu geführt, dass ich auch ihren Teil sehr intensiv und mit viel Freude gelesen habe. Das einzige Problem für mich war, dass die Vergangenheit mich manchmal doch zu weit von der Gegenwart entfernt hat und  ich manches mal das Gefühl hatte, es geht sehr schleichend voran.
Dennoch hat mir auch dieser Part inhaltlich gut gefallen und ich hab eine berührende und schockierende Lebensgeschichte vor gefunden, die so manches von mir abverlangt hat.

Im Verlauf ist dieses Buch sehr gut, es wusste mich persönlich zu überraschen und das ist bei einem Thriller wie diesem - der sich sehr langsam und dann aber spannungsvoll aufbaut, sehr wichtig. Von daher waren meine Erwartungen auch hier vollkommen erfüllt, zwar hielt der Überraschungseffekt nicht ganz bis zum Schluss, am Ende wurden die Puzzleteile dann doch sehr klar, aber das ich völlig ahnungslos bin am Ende, ist dann doch eher eine geringe Seltenheit, weshalb ich es nicht negativ werte. :D

Alles im allem hat Kubica mich mit Pretty Baby versöhnt und mir gezeigt, dass sie nicht nur tolle Idee hat, sondern sie auch in einem spannenden Buch unterbringen kann. Von daher freue ich mich nun auf weitere Bücher von ihr, die dann hoffentlich ebenfalls so geschickt und unerwartet wie dieses hier sind. :)

Samstag, 3. September 2016

[Rezension] Katharina, Marie & ihre vier Männer






  • Preis: 8,99€ [D]
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 256
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Autor/in: Tine Ratig, Hannah Wilhelm
  • ISBN:  978-3-442-48414-0






Katharina und Marie sind beste Freundinnen, doch da sie beide hunderte Kilometer von einander entfernt wohnen, bleibt ihnen überwiegend die Kommunikation über Emails.
Als beide verheiratete Frauen merken, dass in ihrer Ehe die Luft raus ist und sie sich in jemand neues verliebt haben, wird die beste Freundin auf einmal eine noch viel größere Stütze, denn auf einmal haben sie einen Raum in der sie alle Gefühle teilen und loswerden können, Rat bekommen oder sich auch einfach mal über die missliche Lage beschweren, ohne verurteilt zu werden, sie fühlen sich einander verstanden, auch wenn beide ganz anders mit diesem Liebeschaos umgehen...

Beim Cover hat man sich nicht allzu viel neues ausgedacht, es ist schlicht und hübsch und passt sehr gut in das Genre.

Dieses Buch ist in Briefform geschrieben bzw. eigentlich viel mehr in Emailform und das ist ein Stilmittel den ich immer sehr, sehr gerne mag.
Ich finde dadurch bekommt man immer einen viel intensiveren Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten und auch die anderen Protagonisten setzen sich viel mehr mit dem anderen auseinander, eben weil man sehr viel persönliches teilt, zu denen die Protagonisten sonst ja gar kein Zugang haben.
In diesem Buch funktioniert das Prinzip ganz gut und ich fand es gerade bei dieser Thematik auch für mich sehr hilfreich so genau die Gedanken der beiden Frauen spüren zu können, denn meine Moral spricht sich letztendlich vollkommen gegen Betrug aus.

Dennoch mochte ich den Umgang mit der Thematik in diesem Buch sehr und meine moralischen Vorstellungen ließen sich auch gut dabei ausstellen. Auf den ersten Blick erweckte das Buch für mich eher seichte Unterhaltungslektüre und ich hatte auch eine oberflächlichere Auseinandersetzung mit dem Thema Betrug und dem Warum etc. befürchtet.
Aber das kam hier, glücklicherweise, ganz anders. Natürlich ist es immer noch Lektüre die der Unterhaltung dient, aber eben auch viel auf emotionaler Ebene, wo man manchmal auch etwas nachdenklich wird und sich fragt wie man selbst mit dieser oder jener Situation umgehen würde.
Ich fand es gut, dass einfach alle Gefühle der beiden sehr offen dargelegt wurden, der Zwiespalt, das schlechte Gewissen, die Angst vor der Zukunft, vor der Offenbarung des eigentlichen Partners, aber auch die Freude über das neue Fünkchen Liebe das sich in ihnen ausgebreitet hat und das Gefühl, endlich mal wieder begehrt, geliebt und glücklich zu sein.
Manchmal sind die Gefühlsumschwünge ziemlich schnell dar, aber auch das fand ich nur authentisch. Generell wirkte die Auseinandersetzung auf mich sehr ehrlich, natürlich konnte ich die beiden nicht immer zu 100% nachvollziehen, aber es gab diese Momente durchaus. Von daher konnte ich ihre Entscheidungen akzeptieren und mich auch vollkommen neutral auf deren weiteren Entscheidungen einlassen.

Ich mochte es auch, dass beide ziemlich anders mit der Situation umgehen, und auch die gegenseitige Unterstützung fiel sehr angenehm aus, sie pushen sie nicht in eine Richtung, sondern akzeptieren wie sich die andere fühlt und unterstützen sich in ihren Entscheidungen, selbst wenn sie für sich selbst eine andere getroffen haben und das ist gut und wichtig so.
Der Verlauf der eigentlichen Handlung, rein im Aspekt von wegen wer entscheidet sich für wen etc. war leider etwas vorhersehbar und nur wenig überraschend, auf der einen Seite ist es natürlich schön, dass man als Leserin deutlich merkt wo die Tendenzen liegen und was das Herz der beiden eigentlich möchte, aber auf der anderen Seite mag ich es auch einfach mal ein bisschen überrascht zu werden und das schafft dieses Buch dann leider nicht. ;)

Ein weiterer Störpunkt war für mich, dass man doch sehr häufig den Sexismus hat sprechen lassen. Sie senieren natürlich über ihre Männer und natürlich gilt das was ihre Männer tun für alle und wie sie sich verhalten gilt für alle Frauen. Die beiden zeichnen also ein stereotypisches Bild von Mann und Frau und sagen felsenfest, das ist so.
Ich bin da generell immer kleinlich, vielen würde das wahrscheinlich nicht stören oder gar auffallen, aber ich hab es einfach satt und für mich war das ein großer Störfaktor. Vielleicht war es zu erwarten, sogar wahrscheinlich, aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass man auch mal einen Beziehungsroman schreiben kann, ganz frei von irgendwelchen Klischees und festgelegte Rollen der Geschlechter (denn ehrlich, es wäre nicht sehr schwer!)

Es ist kein anspruchsvoller Roman, dennoch hatte er mehr Tiefgang als erwartet, was mich positiv überrascht hat. Ich mochte die Gedanken der beiden Frauen und hab mich durch die entstandene Nähe auch sehr mit ihnen verbunden gefühlt, nur der Sexismus nervte mich, glücklicherweise war er aber nur Stellenweise präsent. Das Thema wird wirklich von allen Seiten gut durchleuchtet und bietet von daher wirklich unterhaltsame als auch nachdenkliche Lesestunden.