Dienstag, 23. Mai 2017

[Rezension] Guides - Die erste Stunde





  • Preis: 14,00€ [D]
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 272
  • Verlag: Harper Collins
  • Autor/in: Robison Wells
  • Übersetzer/in: Marian Schilasky
  • ISBN: 978-3-95967-093-7






Ein UFO das auf der Erde gelandet ist, bringt die Welt dazu den Atem anzuhalten. Nur Alice Vater, der für die NASA arbeitet kommt in Bewegung. Um die Sache zu untersuchen zu können schickt er Alice auf ein Internat in Minnesota, ein Internat das verdächtig nah am UFO dran ist. Alice ist anfänglich nur wenig begeistert, doch sie findet schnell neue Freunde und zusammen mit ihnen erlebt sie dem Moment vor dem TV, als sich das UFO öffnet und die Guides auf die Erde kommen. Doch was sind ihre Absichten? Sind sie gut oder böse?

Ich mag das Cover ziemlich gerne, es passt sehr gut zu einem Sci-Fi Roman und lässt durch die dunkle Gestaltung böses erahnen. Ich finde es sehr ansprechend, vor allem auch im vergleich was das Cover sonst manchmal zu bieten hat. ;)

Auf Guides von Robison Wells war ich wirklich sehr gespannt, der Klappentext klang wirklich vielversprechend, aber ich bin ehrlich; generell zähle ich mich nicht wirklich zu jemanden der gerne im Science-Fiction Bereich liest, dennoch ist gerade der Jugendbuch-Bereich immer etwas weniger "vertieft" in die einzelnen Genres und generell etwas leichter, so dass ich diesem Buch hier gerne seine Chance gegeben habe und auch wirklich gut unterhalten wurde.

Der Umfang des Buches ist recht schmal, was dazu geführt hat, dass ich dieses Buch an nur einem Tag gelesen habe, dennoch sind fast 300 Seiten nichts, was ich derzeit locker an einem Tag schaffe, von daher hat das Buch natürlich auch seinen Teil dazubeigetragen, dass ich hier so durchgesprintet bin. :D
Das Buch hat ein wirklich angenehmes Tempo, es hält sich nicht viel mit Details auf, sondern lässt die Ereignisse ziemlich schnell runterrattern. Fürs Lesen selbst ist das unheimlich angenehm, weil die Spannung dadurch einfach konstant bleibt und man sich permanent unterhalten fühlt, dennoch wird es dadurch eher eine seichte Unterhaltung.
Denn auch wenn es sicher seine Vorteile hat, so ist der riesen Nachteil, dass manches dadurch etwas zu kurz kommt und hier ist es doch schon einiges wie ich finde:

Vordergrundig betraf es für mich aber vor allem die Beziehungen zwischen den Charakteren, Alice ist neu an diesem Internat, kennt keinen ihrer Mitschüler und doch hat sie im nu neue beste Freunde und einen Jungen der ihr Herz begehrt. Nun ist Alice keine von diesen überaus unsicheren Protagonistinnen, die ihr Potenzial erst noch erkennen müssen, aber dennoch war mir das alles viel zu schnell und gestaltete sich zu einfach. Vor allem war auf einmal diese Verbundenheit zu Charakteren da, die man selbst noch gar nicht kannte und die leider auch schwammig blieben. Für mich ist es immer schwierig gefallen an zwischenmenschlichen Beziehungen zu finden, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass sie auch authentisch sind. Und auch wenn es sicherlich seine Vorteile hat, ein so temporeiches Buch zu schreiben, so hätte es mir besser gefallen wenn man noch 100 Seiten mehr verwendet hätte um alles tiefer auszuschmücken.

Denn mit den Guides hatte ich ebenfalls meine Schwierigkeiten, sie sind sehr geheimnisvoll und es wird an sich auch gut begründet warum sie so wenig preisgeben wollen. Dennoch hat mir bei den Schilderungen einfach was gefehlt, ich finde trotzallem, dass man mehr Details hätte miteinbinden können.
Das zieht sich dann auch bis zum Ende, wo eine wirklich tolle Wendung kommt, mit der ich so nicht gerechnet habe und die, die Spannung des Buches noch einmal auf ein höheres Level katapultiert hat. Aber auch hier wird alles wieder sehr schnell abgehandelt, nicht nur die Informationen die man dazu bekommt, sondern auch der Kampf an sich.
Ich mag es einfach wenn ein Autor ein Buch erschafft die mir nicht nur einen oberflächlichen Aspekt vermitteln sondern auch mal tiefer in die Materie hinabtauchen und Hintergründe etc. mitliefern. Das stört dann vielleicht der Leichtigkeit, eine Story gewinnt für mich dadurch aber an so viel mehr und bleibt dann einfach auch stärker in Erinnerung.

Auch wenn dieses Buch nun ziemlich viel Kritik von mir einstecken musste, so ändert es nichts an der Tatsache, dass es mir gefallen und mich unterhalten hat. Die Story kommt mit tollen Wendungen daher, einer sympathischen Protagonistin und ein Tempo, dass die Spannung nicht abflachen lässt. Dennoch ist es wirklich sehr leichte Lektüre, was nicht schlimm ist, wäre es ein Film würde ich Popcorn-Kino dazu sagen, es erfüllt das was es soll und macht Spaß. Es ist nur schade, wenn ich als Leserin das Gefühl habe eine Geschichte vor mir zu haben, die noch viel mehr Potenzial gehabt hätte und das leider nicht vollkommen genutzt wurde. :)


Montag, 22. Mai 2017

#BloggerGegenRechts


Hallo meine Lieben,

wahrscheinlich sind einige von euch in der Zeilenspringer - Gruppe auf Facebook, gestern wurde in dieser Gruppe ein Beitrag einer Autorin geteilt, der für ziemlich viel aufsehen gesorgt hat, denn der Beitrag war triefte nur so aus allen rechten Ecken, wenn ihr versteht was ich meine. Vielleicht habt ihr davon schon mitbekommen?

Das hier ist ein Buchblog und Politik hat hier eigentlich selten einen Raum, dennoch gehöre ich zu den Blogger*innen die auch bei Büchern darauf achten, dass sie mit meinen Werten konform gehen und Sexismus, Rassismus etc. prangere ich an.
Und wenn ich das bei fiktiven Büchern schon tue, weil ich zu meinen Werten stehe - dann halte ich ganz gewiss nicht meine Klappe wenn eine Autorin sich in diese Richtung äußert und dabei ist ihr Autorenprofil mit dem braunen Mist zu beschmieren.
Die Buchmaid hat auf ihrer Facebook Seite nun die Aktion gestartet in der sie sich selbst zum Thema äußert aber auch zum mitmachen aufruft und das tue ich nun, ich werde laut, erhebe meine Stimme für die Freiheit und für die Menschlichkeit!

Ich scheue mich nicht davor Namen zu nennen, im gestrigen Fall ging es ganz speziell um Pat McCraw, eine Autorin die als Selfpublisherin im Gay-Romance bereich schreibt.
Ich selbst habe noch kein Buch von ihr gelesen, es ist nicht mein Genre und selbst wenn es so wäre, seit gestern steht für mich fest, dass ich definitiv nie etwas von ihr anrühren werde. Der Post von gestern ist mittlerweile gelöscht, aber wie es so ist auf ein Misthaufen folgt der nächste und so finden sicht auf ihrer Facebook Seite und ihrem Twitter Profil jede menge Posts die ihre politische Richtung deutlich machen.

Wenn ich mich durch ihre Profile scrolle dann bekomme ich wirklich das blanke kotzen. In mir schäumt sich die Wut und das schreiben ist ein gutes Ventil um diese ein bisschen zu loszulassen, das traurige ist, dass sie kein Einzelfall ist, die Kommentare unter ihrem Posts sind teilweise noch viel schlimmer.
Von daher ist die Autorin der Stein der diesen Post ins Rollen gebracht hat, er gilt aber all den Menschen die nur starr nach rechts schauen und dadurch blind werden für die Menschlichkeit.
In mir macht sich einfach ein Unverständnis breit, ich verstehe nicht wie man Menschen einen solchen Hass entgegen bringen kann, nur weil sie eine andere Herkunft haben, weil sie anders aussehen etc.

Und ja es gibt sie, die schwarzen Schafe die böses wollen, aber in Zeiten wie diesen wo selbst die Medien immer extra erwähnen, dass die Taten von Ausländern begangen wurden sind und sich genau diese aus einem großen Pool an Verbrechen fischen, die tagtäglich begangen werden, wird allzu häufig vergessen, dass auch deutsche böse sein können. Denn oh Wunder, Kriminalität gab es auch schon vor der Flüchtlingswelle, es wurde auch vorher schon vergewaltigt und ermordet.
Warum? Weil es zwischen all den guten Menschen eben auch die schlechten gibt. Aber das ist unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und ja sogar von Sexualität.
Und ja, diese Menschen gilt es zu bekämpfen aber deswegen kann ich doch nicht durch die Welt laufen und meinen, dass man die bösen anhand von irgendwelchen äußerlichen Merkmalen erkennen kann und schon gar nicht kann ich alle in einen Topf schmeißen. In was für einer Welt würden wir dann leben?
Dann müsste ich für immer allein sein, denn wenn man genau das tut, dann stellt absolut jeder eine potenzielle Gefahr dar. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, denn irgendwo hat schon jeder dieser Gruppen mal etwas furchtbares und unverzeiliches getan.
Wie kann man so engstirnig sein und deswegen alle unter einen Generalverdacht stellen, vor allem eine Angst entwickeln?

Ich selbst komme aus einer kleinen Stadt und auch bei uns merkt man, dass die Bevölkerung mittlerweile wesentlich bunter ist und viele verschiedene Kulturen vertreten sind. Doch nie, nie habe ich Angst gespürt und oh schreck noch nie ist mir etwas passiert. Ich habe bisher nur sehr freundliche und dankbare Flüchtlinge getroffen, die sich über jeden noch so kleinen menschlichen Akt bedankt haben.
Stattdessen habe ich ein Haus weiter von meinem mitbekommen müssen, wie jemand ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsfamilie verursacht hat, der zum Glück nicht allzu erfolgreich war, aber dennoch kleinen Schaden zugefügt hat und die Familie vertrieben.
Und das soll gar nicht heißen, die Gefahr geht nicht nur von den "anderen" aus, sie war auch vorher schon im Land und sie geht auch von den Menschen aus die voller Hass auf alles andere blicken und ich bin ehrlich, diese Leute sind es die mir Angst machen. Ich habe keine Angst vor der "islamisierung" Deutschlands, ich habe Angst vor der Verbreitung von Hass und brauner Scheiße, denn sie bekämpfen die Freiheit der Menschen ebenso sehr wie der Terror den sie fürchten!

Jetzt ist das ganze ganz schön viel geschriebenes und wahrscheinlich wiederhole ich mich mehrfach, aber meine Gedanken müssen gerade einfach raus, zumal es eins von diesen politischen Themen ist, bei dem ich sehr sensibel reagiere.

Vor allem, wer von denen, die sich in ihrem rechten Gedankengut winden, hat denn schon tatsächlich mal mit einem Flüchtling zusammen gesessen und sich mit ihm oder ihr unterhalten?
Ich habs getan, im letzten Jahr konnte ich eine junge Frau kennenlernen aus Syrien und was sie mir erzählt hat, hat mich tief berührt.
Es ist für jemanden wie mich, der soetwas nie erlebt hat, unvorstellbar. Aber es hat mich geprägt und auch wenn ich schon vorher der Meinung war, dass Deutschland helfen muss, so war ich es danach erst recht. Was wären wir für eine Welt in der nur jeder in seinen (Landes-)Grenzen denkt und außerhalb alles nur mitangesehen wird?
In so einer Welt möchte ich nicht leben!


Donnerstag, 18. Mai 2017

[Rezension] Der Prinz der Elfen





  • Preis: 16,99€ [D]
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 416
  • Verlag: Cbt
  • Autor/in: Holly Black
  • Übersetzer/in: Anne Brauner
  • ISBN:  978-3-570-16409-9






Hazel und Ben sind schon ihr ganzes Leben lang fasziniert von dem Prinzen der im Glassarg liegt. Sie erzählen im Geschichten, sie vertrauen ihm ihre Gefühle an und lassen ihn an den wilden Abenteuern teilhaben, die sie beide zusammen bestritten haben. Denn in Fairfold ist eigentlich nichts normal, übernatürliche Wesen leben im tiefen Wald. Doch der Prinz er schläft, bis zu dem Tag wo sein Sarg zerbrochen ist und der Prinz verschwunden. Für Hazel beginnt das Abentuer ihres Lebens, denn schnell steht fest, nicht nur der Prinz steckt in Gefahr sondern ganz Fairfold und endlich scheint sie die Ritterin werden zu können, die sie immer schon sein wollte...

Ich finde die Art eigentlich ziemlich cool, den Wald in die Form des Prinzen sehen zu lassen etc. ich hab nur ein Problem mit den Gesichtern der beiden. Das trübt bei mir so ein bisschen die Freude, ist aber klar, Geschmackssache

Holly Black war mir vom Namen her natürlich bekannt und ich war auch schon an einigen ihrer Werken interessiert, dennoch war Der Prinz der Elfen mein erstes Buch der Autorin, aber definitiv nicht mein letztes denn es hat mich wirklich begeistert.

Und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, es war gar nicht mal die Liebe auf den ersten Blick, es hat bei mir schon ein bisschen gedauert bis sich wirklich pure Begeisterung eingestellt hat.
Am Anfang werden einem die Charaktere erst einmal ordentlich vorgestellt, dabei merkt man dann auch schnell, dass die Charaktere hier im großen und ganzen, keinen bestimmten Stereotypen folgen, was ich schon direkt unheimlich erfrischend fand. Dennoch hat es ein wenig gedauert bis sich Hazel und Co. wirklich in mein Herz geschlichen haben.

Dabei geholfen haben die vielen kleinen Geschichten über Momente ihrer Vergangenheit, aber auch einzelne Geschichte über die übernatürliche Wesen sind vorhanden, selbst wenn keiner von den Hauptcharakteren darin involviert war.
Am Anfang reihen sich diese Rückblenden noch ziemlich häufig nacheinander und am Anfang hab ich es für einen kurzen Moment als störend empfunden immer wieder aus der Haupthandlung hinaus geworfen zu werden.
Aber das hat sich wirklich schnell gelegt und ich hab mich nur noch daran erfreut. Denn es zeigt nicht nur wie intensiv sich die Autorin mit der Folkelore der Elfen befasst hat und wie sehr sie sich für diese Wesen begeistern kann, es hat auch wirklich dabei geholfen die Charaktere zu formen und ihnen einen Hintergrund zu geben. Bei dem man in der Gegenwart merkt, dass sie davon geprägt sind, dadurch haben sie für mich gleich viel mehr Tiefgang bekommen.

Ich fand das alles einfach unheimlich einladend, es war märchenhaft schön und doch gleichzeitig so tragisch und düster, was einfach ein toller Mix ist und mich wirklich ans Buch gefesselt hat.
Die Story selbst fand ich auch wirklich toll ausgearbeitet, es gibt immer wieder kleinere Rätsel, wo man am Ende merkt wie geschickt die Autorin ihre Story geplottet hat und auch wenn einzelne Ereignisse durchaus vorhersehbar waren, so gibt es dennoch viele überraschende Details, die manchmal auch nur winzig sein können, das ganze aber zu einem tollen Abenteuer gemacht haben, voller Entdeckungen, so dass sich beim Lesen einfach eine wahnsinnige Begeisterung eingestellt hat, die bei mir stetig stieg und stieg.

Zu den Charakteren möchte ich noch anmerken, dass ich es toll fand wie wild und furchtlos Hazel war und das sie bei allem was sie erlebt hat immer ihr eigener Antrieb war und sie ihren Bruder mitgezogen hat. Dennoch hat sie Tiefgang und man merkt, dass es Dinge gibt vor denen sie sich verschließt, aber ich mochte es sehr, dass sie jedes Abenteuer einfach wollte und nicht gezwungen war eine Heldin zu werden, wie in so vielen anderen Büchern.
Ihr Bruder Ben ist hingegen homosexuell und ist manchmal auch das genaue Gegenteil von Hazel, schön fand ich, dass seine Sexualität aber gar kein großes Thema war - zumindest keins wo man erst einmal verdeutlichen musste, dass das so okay ist. Er war homosexuell und fertig, es war kein ständiges Thema das über ihn lastet und noch viel wichtiger, ich hatte nicht das Gefühl, dass es seinen Charakter definiert, was unglaublich toll war.

Besonders mochte ich aber die Beziehung zwischen den beiden, sie war innig und dennoch auch voller Geheimnisse um den anderen zu schützen und manchmal auch sich selbst. Dennoch fand ich es toll zu sehen wie sie miteinander umgingen und wie sehr sie sich trotz der ganzen Unterschiede respektierten und annahmen wie sie sind. Ich hab die beiden einfach unglaublich gerne begleitet, die Nebencharaktere bis auf Jack, Bens bester Freund, waren dann schon ein bisschen schwächer ausgearbeitet, aber das war letztendlich für mich okay, weil das Buch bereits so viel Handlung aufgewiesen hat und man ja auch den roten Faden nicht verlieren will.

Holly Black hat es geschafft mich in eine fremde Welt zu entführen, die voller schöner Momentewar, aber auch düster und traurig sein konnte. In eine Welt, die mich stetig mehr und mehr begeistern konnte und ich alles um mich herum vergessen habe. Holly Black hat ein Buch geschrieben, das ich am Ende einfach nur noch umarmen wollte, weil ich glücklich und traurig zu gleich war. ♥


Dienstag, 16. Mai 2017

[Rezension] Dark Horses






  • Preis: 16,95€ [D]
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 418
  • Verlag: Gulliver Verlag
  • Autor/in: Cecily von Ziegesar
  • Übersetzer/in: Sandra Knuffinke
  • ISBN: 978-3-407-74795-2





Merritt steckt nach dem Tod ihrer Großmutter in einer Kriese, nach einem weiteren Aussetzer ihrerseits entschließen ihre Eltern sich dazu, sie in ein Erziehungsheim zu stecken - Good Fences.
In Good Fences wird ihr ein Pferd zur Seite gestellt, ausgerechnet Red ein Pferd das seine ganz eigenen Probleme hat und bisher keinen Menschen an sich rangelassen hat.
Doch bei Merritt scheint etwas anders zu sein, denn er will ihr vertrauen und ihre Liebe, die beiden werden ein Spitzenteam und Merritt befindet sich auf dem Weg zur Besserung.
Und zu diesem Zeitpunkt scheint Red sein finsteres ich nicht mehr allzu gut kontrollieren zu können...

Ich mag die Idee des Covers ziemlich gerne und ich finde so Auge vom Pferd hat schon etwas unheimliches an sich. :D Von daher finde ich das Konzept sehr gut, auch wenn es dadurch für mich jetzt kein wirklich schönes Cover ist, aber das ist eigentlich auch ziemlich unwichtig. :)

Ich war nie ein Mädchen das sich für Pferde interessiert hat, von daher war ich vielleicht von Anfang an nicht die richtige Zielgruppe für dieses Buch, aber Cecily von Ziegesar hat mich vor einigen Jahren mit ihrer Gossip Girl Reihe total fasziniert und deswegen hab ich mich auch sehr auf dieses Buch gefreut und war gespannt was es genau mit Reds düsterer Seite auf sich hat.

Ich glaube ein Problem war schon, dass ich mir unter dieser düsteren Seite vorab etwas anderes vorgestellt hatte, etwas was wesentlich fantastischer daherkommt, nachdem ich relativ schnell gemerkt habe, dass das nicht der Fall ist, habe ich zwar versucht mich darauf einzulassen, mein Interesse sank dadurch aber schon ein bisschen.

Hinzu kam, dass ich schon den Anfang als ziemlich schleppend empfunden habe und auch wenn es durchaus seine Momente hatte wo ich interessiert war und dachte, jetzt kommt etwas wo mehr dahinter steckt als man denkt, so blieb es eigentlich das ganze Buch über eher zäh für mich.
Normalerweise helfen da kurze Kapitel, die hier definitiv vorhanden sind und auch die Erzählweise des Buches ist interessant, denn zu einem lesen wir die Geschichte aus der von Merritt, aber auch aus der Sicht von Red. Und ein Pferd als Erzähler zu haben, das ist schon eine ziemlich coole Idee, wenn es gut gemacht ist. Ich fand aber leider, dass das Pferd zu vermenschlicht wurde, was vielleicht wichtig ist um eine Beziehung zu dem Charakter als solches Emotionen aufzubauen, aber da die gesamte Geschichte sehr darauf ausgelegt ist, dass Red überaus emotional reagiert finde ich das ganze einfach schade.
Zudem fand ich Red häufig auch einfach ziemlich nervig, er ist sehr Musik Affin und ständig werden in seinen Textpassagen mit Songtiteln umsichgeworfen, sie passen immer ziemlich gut zu den einzelnen Situationen und für einige Passagen wirkte das ganze auch ganz witzig, aber meiner Meinung nach hat die Autorin es damit einfach ein bisschen übertrieben und ich fand es irgendwann nervig.

Auch Merritt selbst war keine Protagonistin, die mich für sich einnehmen konnte. Sie blieb mir generell sehr gleichgültig. Zudem ist sie generell sehr verschlossen und das leider auch mir als Leserin gegenüber. Dadurch fehlte mir einfach das Verständnis für ihre Probleme, die zwar zu Tage kamen, mich aber einfach nicht berühren konnte.
Was ich auch schade fand war, das ich die Verbindung zwischen ihr und Red einfach zu künstlich erzeugt fand, für mich war es einfach nicht wirklich verständlich warum Merritt die "große Auserwählte" ist, bei der Red auf einmal so zahm war. Von der Verbindung wurde meiner Meinung nach auch eher erzählt und weniger war sie spürbar vorhanden, das empfand ich persönlich als ein großes Manko.

Wie oben bereits erwähnt, plätscherte für mich die Story mehr so dahin, als dass sie mich wirklich fesseln konnte. Fürs "Finale" erwartet man dann schon ein bisschen was aufregendes, vielleicht auch einen überraschenden Moment, aber eigentlich ging das Buch für mich so unaufregend und still zu Ende und blieb damit seiner Linie zumindest das ganze Buch über treu.

Es gilt zu berücksichtigen, dass dieses Buch doch eher für jüngere Leser*innen geeignet ist und wenn man sich für alles rund ums Pferd begeistern kann, dann findet man vielleicht auch die alltäglichen Szenerien interessant. Ich hatte einfach falsche Erwartungen und die konnte ich nur schwer ablegen, für mich war es einfach ein unaufgeregtes Buch, das mich nicht mitreißen konnte und mir in vielerlei Hinsicht auch zu gestellt wirkte.