Dienstag, 2. Dezember 2014

[Rezension] Die Berufene

von M. R. Carey
"Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauen­hafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer ent­legenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen - zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht nach Plan ..."  

Die Menscheit wurde von einem Parasiten befallen, durch den verlieren die Menschen an Menschlichkeit und sie werden zu leblosen gestalten, die nur noch vom Hunger getrieben werden. Dabei ist die beliebteste Jagdbeute der Mensch selbst, für alle überlebenden des Parasiten besteht also akute Gefahr.
Melanie und einige weitere Kinder werden auf einem militärischen Stützpunkt gefangen gehalten, in ihnen legt die noch übrig gebliebende Menschheit ihre letzte Hoffnung, doch wieso? Was ist an ihnen anders?
Melanie und die anderen werden gezwungen einem strikten Tagesablauf zu durchlaufen und immer mal wieder werden Kinder aus den Reihen genommen, an dem Experimente durchgeführt werden.
Als Melanie zu eines dieser Kinder werden soll, wird der Stützpunkt angegriffen und auf einmal scheint eine noch größere Gefahr auf sie zuzukommen...


Mir persönlich gefällt das Cover ziemlich gut, allerdings hatte ich allein anhand des Covers eine gänzlich andere Vorstellung vom Buch. Für mich war es also leicht irreführend. 


Ich bin ja allgemein nicht so der Fan von Zombies, hier als Hungernde bezeichnet, dennoch fand ich die Idee, dass ein kleines Mädchen die Hoffnung der Menschen darstellt ziemlich interessant, so dass ich mich voller Freude auf das Buch eingelassen habe.

Gleich zu Anfang lernen wir die Umgebung kennen in der Melanie aufwächst, wir lernen ihren Alltag kennen und die Bedingungen unter der sie und die anderen Kinder lebt.
Wenn man das ganze genau und aufmerksam betrachtet, bekommt man sehr schnell ein Gefühl dafür, was mit Melanie und den anderen Kindern eigentlich los ist. Ich muss sagen, dass war schon recht clever und weckte meine Neugierde enorm.

Im laufe der Handlung musste ich allerdings feststellen, dass die Handlung nur sehr langsam voranschreitet. Dadurch kommt es zu Längen und dem Gefühl, dass das Potenzial zu weilen nicht ganz ausgeschöpft wurde.
Soweit ich weit, entspringt dieser Roman einer Kurzgeschichte und das ist halt genau das was sich auch bemerkbar macht und weshalb es zu den oben aufgeführten Kritikpunkten kommt. Zudem wirkt die Geschichte dadurch auch ein wenig zwanghaft in die Länge gezogen.

Dennoch konnte mich das Buch insgesamt doch für sich gewinnen, die Geschichte empfand ich nämlich als gut durchdacht und hat mich einfach sehr unterhalten und ich wollte immer wissen, wie es weiter gehen mag etc. Zudem haben mich die einzelnen Schicksale der Charaktere wirklich berühren können und zwar von jedem, mögen die Ziele von manchen auch etwas grausam sein. 

Wobei Melanie natürlich im Vordergrund meiner Aufmerksamkeit steht, nicht nur weil sie die Hauptprotagonistin ist, sondern weil sie viel Leid erleben muss und das einfach viel in mir geweckt hat.
Sie ist ein sehr aufgewecktes und kluges Mädchen, das gut darin ist Situationen zu durchschauen und sie dann nüchtern anzugehen. Je mehr man über sie erfuhr, desto mehr mochte ich sie letztendlich. Weil sie enorm viel leistet und sie sich bewusst dazu entscheidet das moralisch richtige zu tun, egal wie schwer es ihr fällt.
Das tut sie vor allem um ihre Lehrerin, Miss Justineau, zu beschützen. Während Melanie allgemein recht kühl daher kommt, werden bei ihrer Lehrerin große Gefühle wach. In ihr sieht sie eine Art Mutter, nach der sich wohl jedes Kind sehnt.
Ansonsten mochte ich ihr erwachsenes Handeln und ihren klugen Kopf der einem Erwachsenen gleicht, aber die kindlichen Züge bei ihr dennoch nicht vernachlässigt worden sind.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, waren die verschiedenen Motivationen die, die Protagonisten angetrieben haben und die verschiedenen Meinungen über die Situation die hier zusammenprallen, aber sie alle gezwungen sind sich miteinander zu arrangieren, wenn sie überleben wollen. Das bietet reichlich Konfliktpotenzial, was mich persönlich gut unterhalten hat und ich mochte es, dass man prinzipiell in der Lage ist jeden einzelnen Standpunkt nachvollziehen zu können.

Auch das Ende kann hier nicht unerwähnt bleiben, denn das hat mich wirklich überraschen können. Während des ganzen Verlaufs habe ich mich gefragt wie die Lösung aussehen kann, wie die Gruppe aus dem Schlamassel entkommen kann. Auf das was letztendlich geschieht wäre ich nicht gekommen. Das hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Zumal es gutdurchdacht und logisch ist und einfach alles stimmt, so dass es keine offenen Punkte mehr gibt.


Eine Zombie-Apokalypse nach meinem Geschmack; gut konstruiert, eine ungewöhnliche Heldin zum mitfiebern und alles in sich geschlossen und logisch. Da fallen auch die Längen zwischendrin nur minimal ins Gewicht. :)
Durchaus lesenswert, nicht nur für Zombie Fans.


  Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342651513X
  • ISBN-13: 978-3426515136

1 Kommentar:

  1. Ich habe dieses Buch so sehr geliebt - dabei mag ich Zombies normal überhaupt nicht! :-)

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