Sonntag, 28. Dezember 2014

[Rezension] Panic - Wer Angst hat ist raus

von Lauren Oliver
"HEATHER hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage von Notwendigkeit ist. DODGE war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber um zu gewinnen, muss man auch seine Gegner kennen." 

Heather hält eigentlich nicht viel vom Spiel namens Panic, das jedes Jahr aufs neue stattfindet, ihre Freundin Nat will allerdings unbedingt daran teilnehmen und Heather begleitet sie zur Eröffnung. Als sie dann ihren Freund Matt sieht, der gerade dabei ist mit einer andren rumzumachen, bringt eine Kurzschlussreaktion sie dazu doch den Sprung in das Spiel hinein zu wagen.
Das Spiel entwickelt mit der Zeit eine eigene Dynamik und mit einem Todesfall scheint es völlig aus dem Rudr gelaufen zu sein, doch das Spiel endet nur mit einem Gewinner und auch Heather findet keinen Weg hinaus, denn ihr wird immer klarer, wie sehr sie auf das Preisgeld angewiesen ist..


Das Cover passt vom Motiv super zum Buch, ich finde nur das es weniger Panik zum Ausdruck bringt, sondern eher unbeschwärte Lebensfreude, zumindest die Klippenspringer. Wett gemacht wird es durch die Farbgebung, die recht bedrohlich wirkt.


Auf das Buch hatte ich mich sehr gefreut und die Freude hielt auch während des Lesens an, nur musste ich mit der Zeit feststellen, dass meine Erwartungen vorab, gerade bezogen auf das Spiel, ziemlich falsch waren.
Das Spiel selbst hatte ich mir irgendwie größer, brutaler und insgesamt gefährlicher vorgestellt, auch wenn sich das Spiel in die Richtung steigert, waren es halt insgesamt Mutproben die das Spiel ausgemacht haben. Ich schiebe aber gleich nach, dass meine Freunde dadurch in keinster Weise gemindert wurde und auch die Spannung konnte das Buch erzeugen und halten.

Insgesamt hat mir das Buch nämlich wirklich gut gefallen, als Leser befinden wir uns in einer kleinen Stadt in der viel Perspektivlosigkeit vorhanden ist, aus dem Grund ist Panic auch so bliebt, weil das Preisgeld Möglichkeiten schafft.

Auch Heather hat es nicht leicht uns so wird auch klar, dass der Grund für ihre teilnahme nicht ihr Ex-Freund Matt war, sondern eher nur der Auslöser um nun wirklich alles verändern zu wollen was ihr Leben so trist macht. Das fand ich persönlich ziemlich begrüßenswert, weil nur Aufgrund eins Jungen dieses waghalsige Spiel einzugehen, eine recht schwache Bergründung für mich gewesen wäre.
Ihr Charakter hat mir gut gefallen, sie ist stark und sehr mutig, selbst ann wenn sie Angst sie wirklich zu bezwingen droht.
Für mich war ihr Mut nicht immer positiv zu werten, gerade bei den Prüfungen, weil sie einfach absolut fahrlässig handelt und die Konsequenzen nicht abwegt. Denn Heather spielt nicht nur für sich, sondern auch für ihre kleine Schwester, die ihr unglaublich wichtig ist. Und auch wenn ich ihre Beweggründe gut nachvollziehen konnte, die den benötigten Mut erst zustande brachten, fand ich dieses Detail ein wenig schade. Weil sie prinzipell nicht der Charakter ist, der jemanden in Stich lassen möchte, schon gar nicht ihre Schwester.
Heather war auch eine sehr berechenbare Figur, wenn auch stets fair gegenüber anderen und so konnte sie bei mir wieder Pluspunkte sammeln. Auch fand ich es schön wie klar sie einem gegenüber getreten ist und wie gut ihre Darstellung war, sie ist generell sehr lebhaft gezeichnet worden und kommt mit all ihren Facetten gut zur Geltung.

Das fehlte mir bei einigen anderen Charakteren leider sehr. Sie waren sehr schwach skizziert und wirkten sehr eindimensional und auch sehr dem Stereotypen angepasst. Besonders bei Nat war das zu spüren, in Bezug auf sie störte es mich auch, dass sie und Heather so unterschiedlich sind, dass ich mich permanent fragen musste, wie die beiden Freundinnen werden konnten. Zudem ist Nat auch nicht immer fair und nett zu anderen und wirkt generell sehr oberflächlich und nutzt auch andere Menschen zu ihren Gunsten aus.

Ein anderer Charakter, Dodge, hatte meiner Meinung nach ein großes Potenzial und auch wenn man Stellenweise die Geschichte aus seiner Sicht erfuhr, so fand ich, dass er viel zu wenig ausgereift war und auch seine eigenen Beweggründe viel zu unklar dargestellt worden sind. Man erfährt wieso er dies und das macht, aber mir fehlt so ein bisschen das Verständnis dafür, wieso es gleich so gravierende Vorhaben sein müssen die er hegt.

Schade fand ich auch, dass am Ende ein Überraschungsmoment auf den Leser wartet, man aber vorab schon sehr direkte Hinweise dazu erhält, so dass es für aufmerksame Leser recht eindeutig kommt.

Generell hatte ich dennoch großen Spaß dabei dieses Spiel zu beobachten zu können und zu merken wie gewisse Grenzen echt pberschritten werden, zudem wird das Buch dadurch sehr nachdenklich anregen, weil es schockiert und wachrütteln kann, hat mir gut gefallen. :)


Eine gute Idee mit viel Potenzial und auch wenn ich das als nicht ganz ausgeschöpft empfand, vermag das Buch für Spannung zu sorgen und zu unterhalten. Nur bei den Nebencharakteren hätte ich mir wirklich gewünscht, dass sie mehr Farbe bekommen hätten und besser nachzuvollziehen wären. 
Kleinere Mängel, aber lesenswert.
 
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Carlsen (21. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551583293
  • ISBN-13: 978-3551583291



 

1 Kommentar:

  1. Hallo Svenja,
    Ich hatte mir Panic auch etwas "heftiger" vorgestellt, aber das Buch hatte trotzdem irgendwas an sich, dass ich es nicht aus der hand legen wollte... :)
    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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