Sonntag, 25. Januar 2015

[Rezension] Die Sache mit dem Glück

von Matthew Quick
"Bartholomew hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie stirbt, muss er plötzlich allein zurechtkommen. Aber das sagt sich so leicht. Bartholomew ist 39. Beim Aufräumen ihres Schlafzimmers findet er einen Brief von Richard Gere wieder. Darin ruft der Hollywoodstar zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking auf, wegen Tibet. Der Brief muss Mom viel bedeutet haben, sonst hätte sie ihn nicht in ihrer Unterwäscheschublade aufbewahrt. Nun versteht Bartholomew auch, warum sie ihn in ihren letzten Tagen, als sie schon sehr durcheinander war, immer nur «Richard» genannt hat. Er beschließt, dem Schauspieler Briefe zu schreiben. Über Moms Theorie vom Glück, über Außerirdische, Buddhismus und die Liebe zu Katzen. Und über die junge Bibliothekarin, die er schon seit Jahren einmal ansprechen möchte. Bis jetzt hat Richard Gere noch nicht geantwortet, aber Bartholomew ist sicher, er wird ihm bei seinem Neuanfang helfen."


Nach dem Tod seiner Mutter, um die er sich geplegt hat, steht Bartholomew Neil vor der großen Frage, was er nun mit seinem Leben anfangen soll.
Er ist neununddreißig Jahre alt und hat nie etwas andere gemacht als bei seiner Mutter zu leben und sich während ihrer Krankheit sich um sie zu kümmern.
Father McNamee hat ihm seine Unterstützung angeboten und er stellt einen Kontakt zu einer Trauerbegleiterin her, zusammen mit ihr macht er sich erste Ziele für sein kommendes Leben; mit einem Freund ein Bier trinken z.B.
Und mit einem Mal kommt Bewegung in sein Leben, jedes kleine Detail schreibt er auf und verschickt somit seine Geschichte an Richard Gere, denn zu ihm hat er eine ganz besondere Beziehung...


Das Cover ist meiner Meinung nach wirklich schön gestaltet, es strahlt Glück aus und macht beim Anblick schon Freude. Zudem finde ich es gut, dass man schon anhand des Covers erkennt zu welchem Autor dieses Buch gehört.


Vorab hatte ich schon viel gutes zu diesem Buch gelesen und war wirklich neugierig darauf wie der Inhalt auf mich wirken wird, zumal es auch mein erstes Buch des Autors war.
Nachdem ich dieses Buch nun gelesen habe steht für mich fest, dass Silver Linings nicht mehr allzu lange auf meinem SuB verweilen wird, weil Matthe Quick mich hier wirklich begeistert hat.

Dem Autor ist es wirklich gut gelungen ein Buch zu schreiben das wirklich tiefgründig ist, nachdenklich stimmt und dennoch dazu in der Lage ist einem das Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern.
Es ist eine wirklich schöne Erfahrung Bartholomews Weg in ein eigenes Leben zu verfolgen.
Er ist ein großartiger Charakter, der einem schnell ans Herz wächst. Ich habe seine Vielfalt wirklich sehr genossen, denn er ist auf eine liebenswerte Weis eeinfach sonderbar; er hat eine naive Sicht auf die Welt, ist aber dennoch klug und überzeugt mit seinen Gedanken. Batholomew ist nicht eindimensional und wartet immerzu mit einer Überraschung auf, bringt einen Satz hervor dem man ihm gar nicht zugetraut hätte oder verhält sich auf eine Weise, die einem nie in den Sinn gekommen wäre.
Aber genau das macht es auch so spannend ihn zu begleiten und zu beobachten.

Dieses Buch überzeugt allerdings generell mit seinen Charakteren, sie unterscheiden sich alle sehr von einander und keiner scheint gewöhnlich zu sein und so kommt hier ein chaotischer Haufen zusammen, den man insgesamt einfach nur lieb gewinnt und die vor allem untereinander wirklich gut miteinander harmonieren und fungieren, so dass hier viel Freude aufkommt und man eine Geschichte außergewöhnlicher Freundschaften zu lesen bekommt.

Von diesen Charakteren mag ich insbesondere Max hervorheben, er wird zu Bartholomews ersten Freund und die beiden zusammen sind wirklich ein Genuss. Auch Max ist alles andere als gewöhnlich, er wirkt sehr wahnsinnig, schmeißt mit Kraftausdrücken um sich und trauert um seine tote Katze. Aber er ist ein wirklich guter Freund, sehr hilfsbereit und versucht seine Liebsten vor allem zu beschützen, auf seine eigene verschrobene Art und Weise.
Ich fand ihn und seine ganzen Macken nicht nur unheimlich sympathisch sondern auch sehr interessant, so dass ich immer mehr von und über ihn erfahren wollte. :)

Die Geschichte hat mir in seiner Gesamtheit wirklich gut gefallen, sie unterhält nicht nur man fühlt sich einfach unheimlich wohl zwischen all den verschrobenen Charakteren und auch wenn das Buch nicht ohne traurige Ereignisse auskommt, so vermittelt das Buch eine wirklich interessante Ansicht von dem was Glück bedeutet und dass das Unglück damit einhergeht. Das fand ich alles sehr berührend und hat mich nachdenklich sowie glücklich gestimmt, so dass ich denke das Buch hat sein Ziel bei mir erfüllt, zu mal es wirklich in der Lage ist dem Leser etwas mit auf dem Weg zu geben. :)


Ein besonderes, wahrhaftiges Buch. Mit viel Liebe zu den Protagonisten und zum Detail, so dass das eigene Herz sofort angesprochen wird und sich öffnet. 
Macht glücklich!
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Kindler (19. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3463400847
  • ISBN-13: 978-3463400846

Kommentare:

  1. Tja, einerseits klingt die Story ja vielversprechend. Aber warum musste es ausgerechnet Richard Gere sein? Das ist mein absoluter Hass-Schauspieler...

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    1. Das ist natürlich ungünstig, es wird zwar schon häufig sein Name genannt und auch sein Tun wird hier und da thematisiert aber bei mir stand die meiste Zeit nicht im Vordergrund, dass er da mit einem Hollywood-Star kommuniziert. Denke prinzipiell schon, dass es das Buch wert ist gelesen zu werden, auch trotz deiner Aversionen. :D

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