Sonntag, 26. Juli 2015

[Rezension] Auf eine wie dich habe ich lange gewartet

von Patrycja Spychalski
"Ab ans Ende der Welt, heißt es für Großstadtmädchen Laura – dort, wo sich höchstens die Wildgänse und Mamas neue Hühner gute Nacht sagen. Wie soll sie es da nur aushalten? Aber das piefige Kaff hat dann doch etwas zu bieten: Enzo, den süßen Neffen des Pizzeriabesitzers, und Irina, das hübsche, durchgeknallte Mädchen, mit dem Laura sich auf Anhieb versteht, Musik hört, am Bach herumliegt und … dann passiert es: Auf einer Party küsst Irina Laura – und Laura küsst Irina. Doch so unerwartet schön, so schrecklich verwirrend sind ihre Küsse auch. Bin ich lesbisch?, googelt Laura. Und wenn ja, warum dann dieses irre Kribbeln, wenn sie Enzo sieht?"

  • Preis: 9,99€
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 320
  • Verlag: cbt
  • ISBN: 978-3-570-30973-5



Für Laura scheint eine kleine Welt zusammen zu brechen, Aufgrund eines neuen Jobs ihres Vaters, mus sie von der Großstadt aufs Land. Und als wäre das nicht schlimm genug, muss sie all ihre Freunde zurücklassen.
Doch auch wenn Laura sich anfänglich sträubt, so wird sie doch gleich gut aufgenommen und vor allem zu Irina, einem Mädchen aus ihrer Klasse, besteht gleich von Anfang an eine Verbindung.
Und dann ist da noch Enzo, der immer zu mit ihr flirten und dem auch sie nicht ganz abgneigt ist.
Dass ihre neuen Freunde dann aber für ein absolut emotionales Chaos der Gefühle sorgen, hätte sie wohl nicht gedacht..


Ich bin schon ein bisschen verliebt in das Cover, ich finde es einfach wunderschön, zudem ist es so leicht und man fühlt sich frei, wenn man es betrachtet. Schaue es mir unglaublich gerne an. :)


Von der Autorin hatte ich schon viel positives gehört und war umso gespannter auf mein erstes Buch von ihr. Es ist eine leichte und süße Jugendlektüre, die absolut in den Sommer passt. Es ließ sich also wirklich schnell lesen und ich war ratzfatz durch mit dem Buch. :)

Die Idee der Geschichte finde ich wirklich gut, zwar nimmt der Klappentext viel vorweg, denn das mit dem Kuss etc. beginnt erst nach einer langen Phase in der man Laura beim eingewöhnen erlebt. Dennoch hat mich das nicht gestört, denn auch diese Phase fand ich wichtig und schön zu erleben, dennoch hab ich mich gefreut als die eigentliche Thematik losgeht.
Es ist eine recht wichtige Thematik, weil es genug Jugendliche gibt die Anfangs eine gewisse Unsicherheit verspüren, was ihre Sexualität betrifft und ich finde es schön, darüber mal zu lesen. Ich fand es wahnsinnig interessant zu sehen wie damit umgegangen wird, das Buch beinhaltet auch Themen wie Ausgrenzung - wenn auch eher am Rande.

Laura als Protagonistin war mir sehr sympathisch, zwar war sie mir teils zu negativ, aber in ihrer Situation ist das absolut nachzuvollziehen, denn immerhin musste sie ihr ganzes Leben hinter sich lassen. Aber dieses Verhalten legt sich mit der Zeit, ihre Verwirrung über ihre Gefühle wurden meinem Empfinden nach, sehr authentisch dargestellt und ich fand es wirklich unterhaltsam sie bei diesem Chaos zu begeleiten und habe wirklich mitgefiebert, dass sie ihren Weg findet.

Mein Highlight war aber Irina, ich fand sie unglaublich toll, vor allem fand ich es schön, dass man im Laufe der Handlung viel über sie erfährt, dadurch wird sie einfach realer. Bei den anderen Charakteren, abgesehen von Laura, hatte ich leider das gefühl, dass sie ziemlich schwer ausgearbeitet waren.
Aber Irina war absolut toll, sie ist so eine ganz harte, von außen. Aber in ihr erkennt man dann doch viele Unsicherheiten. Das hat sie für mich unheimlich sympathisch werden lassen.

Auch die Freundschaft zu ihr und Laura fand ich gut, ich fand sie haben sich gut ergänzt und haben viele Eigenschaften des anderen hervorgehoben - so habe ich es zumindest empfunden. Außerdem erlebt man diese Freundschaft als sehr intensiv und sie nimmt insgesamt viel Handlung ein, ich mochte die beiden einfach unglaublich gerne zusammen. :)

Auch hat es mir gut gefallen, wie die Umgebung beschrieben wurde. Sie war sehr lebendig und das Dorf lebte wirklich auf und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl die Sonne auf meiner haut zu spüren, während ich das Buch las.

Das Ende war dann wie ich es gleich zu Anfang erwartet hatte, ich muss allerdings sagen, dass mich das ein bisschen enttäuscht hat, denn ich hätte es mir genau anders gewünscht. Von daher war die ganze Freude über das Buch, zum Ende hin ein wenig getrübt.
Vor allem fand ich das Ende dann auch sehr plötzlich und wirkte auf mich sehr konstruiert, da ging für mich leider ein bisschen was verloren und ich fand es einfach unglaublich schade.
Aber das ist allgemein natürlich reine Geschmacks- und Empfindungssache, bei mir hat es einfach einen etwas bitteren Beigeschmack hinterlassen.


Das Buch beinhaltet eine wirklich süße und frische Geschichte, mit tollen Charakteren und einer lebhaften Umgebung. Leichte Jugendlektüre, die für mich grad genau richtig kam und sich rein inhaltlich ein bisschen von anderen Büchern dieser Art abhebt. Nur das Ende konnte meinen persönlichen Geschmack nicht treffen.
Insgesamt ein super Buch.

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