Freitag, 10. Juli 2015

[Rezension] Die Glückssucher

von Vera Kissel
"Glück ist, was im Leben wirklich zählt. Lukas, der vor Jahren seinen Vater verlor, hat in dessen Partner einen väterlichen Freund gefunden. Den braucht er auch, denn Lukas ist schüchtern, vor allem, was Mädchen angeht. Sein Kumpel Birol hingegen ist in zwielichtige Geschäfte verwickelt. Doch Lukas interessiert nur die schöne Kurdin Gülbahar - bis ein Unglück geschieht und Lukas erkennen muss, dass manche Katastrophen Menschen verbinden und andere sie trennen.."

Lukas der nach dem Tod seines Vaters nun endlich wieder glücklich zu sein scheint, steht kurz davor sich zum ersten Mal richtig zu verlieben. 
Als er Gülbahar zum ersten Mal sieht, verliert er sich sofort in ihre Augen und auch sie scheint ihm nicht abgeneigt zu sein, doch Gülbahar ist ein Flüchtling aus dem Irak und die Verständigung manchmal holprig und dann ist da auch noch Lukas Freund Birol der ihm davor warnt sich in Gülbahar zu verlieben, denn ihre Familie ist sehr konservativ.
Obwohl Lukas nicht ahnt worauf er sich dort einlässt, rennt er mitten hinein in das echte Leben...


Das Cover finde ich ziemlich hübsch, es hat irgendwo einen gewissen Vintage-Look, meiner Meinung nach, und das mag ich sehr. Am meisten mag ich aber den Titel, der lässt viele Gedanken bei mir frei. :)


Das Buch ist die Fortsetzung von dem Buch "Was die Welle nahm" letztendlich ist dieses Buch auch unabhängig davon zu lesen, empfehlenswert ist es aber schon den ersten Teil zuerst zu lesen.
Ich gestehe, dass ich es selbst nicht getan habe, aber es während des Lesens ziemlich schade fand, nicht weil ich nicht mitkam, aber der erste Teil dreht sich um den Tod von Lukas Vater und auch wenn der Schmerz schwindet, so ist der Verlust auch hier noch da und Lukas spricht ziemlich häufig zu ihm, so dass ich mir einfach gewünscht hätte auch ihn zu kennen. Aber nun weiß ich definitiv welches Buch bald her muss. :D 

Das Buch als solches hat mir wahnsinnig gut gefallen, zwar gehöre ich nicht mehr ganz zur Zielgruppe aber es ist eine Geschichte die mich tief berühren konnte.
Zu einem ist da Lukas und ich mag es generell einfach wie der Charakter gezeichnet worden ist, er ist einfach nicht so stereotypisch das finde ich schön.
Er ist teilweise sensibel und macht sich unglaublich viele Gedanken und dann ist er dennoch locker und witzig, er ist halt einfach vielseitig und nicht so gefangen in dem Bild von einem Jungen in diesem Alter. Ich fand das unglaublich angenehm und auch wenn Lukas sich mit den klischeehaften Jungsproblemen rumschlägt, so ist da einfach mehr.
Ich mochte ihn aufgrunddessen einfach sehr gerne und dann ist er aufgrund seiner Erfahrungen natürlich auch schon ein bisschen geprägt, er kennt den großen wirklichen Schmerz und auch das merkt man ihn an. Ich finde es durchaus wichtig, zu zeigen, dass Gewisse Erfahrungen einen verändern und auch wenn ich Lukas vorher nicht kannte, so merkt man deutlich, dass etwas passiert ist. Auch unabhängig davon, dass das Geschehene immer wieder erwähnt wird. 
Für mich wurde also allein durch Lukas das Buch schon absolut lesenswert.

Auf der anderen Seite ist die Geschichte an sich auch wahnsinnig toll, sie ist intensiv, schrecklich und geht in eine ganz andere Richtung als ich vorab dachte. Worüber ich wirklich froh war, denn auch wenn es die Probleme gibt, dass Gülbahars Familie gegen eine Beziehung ist, so ist dieser Konflikt nicht die zentrale Thematik des Buches.
Generell hat dieses Buch eine Botschaft und die übeträgt die Autorin wahnsinnig gut, es war auch für mich ein sehr nachdenkliches Buch, das mich geschockt und mitgenommen hat und mich letztendlich auch berührt hat. 
Ich hab es wahnsinnig gerne gelesen, auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, aber die Autorin spricht ihre Leser in einem sehr reifen Ton an und traut ihnen auch einiges zu, das macht es halt auch für ältere absolut lesenswert.

Auch der Schreibstil konnte mich absolut überzeugen, wir stecken sehr tief in Lukas Gedanken drinnen und die sind teils sehr impulsiv und emotional, dabei wirkten sie auf mich unglaublich intensiv. Die Autorin hat es bei mir einfach gechafft, die volle stärke an Emotionen über ihren Schreibstil rüberbringen zu können, man merkt genau wie wichtig Lukas alles ist und wie nahe ihm gewisse Situationen gehen. 
Das war ebenfalls einfach wundervoll beim lesen, weil man so wirklich tief drinnen war.


Ein wunderschönes Buch, das ziemlich viel Kraft in sich trägt seinen Leser zu packen und zu berühren. Bei mir hat das Buch einen richtigen Nerv getroffen und ich will unbedingt mehr von Lukas lesen, er hat mich einfach berührt.
Klare Leseempfehlung!
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Dressler (17. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791511181
  • ISBN-13: 978-3791511184
  

1 Kommentar:

  1. "Was die Welle nahm" sollte ich nun wirklich endlich mal lesen! :o)
    Wunderbare Rezension! In jedem Wort steckt so viel Begeisterung! *smile* Ich werde mir das Buch definitiv mal genauer ansehen *WuLi-Alarm* :D

    Schönen Abend und ein sonniges Wochenende wünsche ich dir! :o)
    Nana

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