Montag, 28. September 2015

[Rezension] Erwachen - Saga der Mondlilie

von Anna Donig
"Als Neila, gerade zur Vollwaise geworden, an ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt, dass sie ein Engel ist, beginnt für sie ein neues Leben. Nicht nur, dass sie nun besondere Fähigkeiten hat, sie wird auch in ein uraltes Geheimnis eingeweiht, von dem keiner erfahren darf. Selbst Raphael nicht, obwohl auch er ein Engel ist. Die beiden fühlen sich stark zueinander hingezogen und werden immer wieder in Versuchung geführt. Neila hat kaum Zeit, sich an all das zu gewöhnen, als sie erkennen muss, dass sie neue Gegner hat, die größer sind als alles, was sie bisher kannte. ”

  • Preis: 3,99€
  • Einband: eBook (ePUB)
  • Seitenanzahl: 300 (Printausgabe)
  • Verlag: Forever
  • ISBN: 9783958180499


Neila hat ihre Eltern verloren und ihr ältester Bruder sitzt im Gefängnis, als Vollwaise wird sie zusammen mit ihrem kleinen Bruder Elion von Verwandten aufgenommen, von denen sie nie zuvor gehabt hat. Von da an ändert sich ihr Leben schlagartig, nicht nur ist sie auf einmal Mitglied einer reichen Familie, kurz vor ihrem 17. Geburstag findet sie heraus, dass sie ein Engel ist. Doch sie ist ein besonderer Engel, nur das darf niemand wissen und so muss sie sich bemühen eine Fassade aufrecht zu erhalten, dabei möchte sie sich unbedingt jemanden anvertrauen, vor allem Raphael zudem sie eine enge Verbindung spürt und der ebenfalls ein Engel ist...


Ich mag das Cover, es passt gut zum Buch und die Farben erfüllen noch ihren Sinn, auf dem ersten Blick hab ich die Farben eher mit Disko/Party verbunden, was ich ein bisschen störend finde.


Ich hab mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn auch wenn ich Engel sehr gerne mag sind es wohl die Wesen von denen ich bisher mit am wenigsten gelesen habe.
Engel sind natürlich sehr vielseitig, man kann sich an die Mythologie halten oder was ganz eigenes erschaffen, Anna Donig hat sich für zweiteres entschieden worüber ich sehr froh bin.

Die Welt die sie hier rund um ihre Engel entworfen hat, ist wirklich toll und auch bereits im ersten Teil gut ausgearbeitet, auch wenn ich persönlich noch allerhand Fragen habe, warum etwas so ist wie es ist.
Leider kann ich hier gar nicht näher drauf eingehen, denn der erste Teil der Mondlilien-Saga besteht vor allem daraus, dass man die Engel kennenlernt und alles was dazu gehört.
Und auch wenn ich die Welt mochte und die ganzen Details sehr wichtig und informativ waren, fand ich das für das gesamte Buch dann doch zu wenig.

Das ist sowieso ein großer Kritikpunkt für mich ans Buch, das Buch hat gerade mal 300 Seiten und bezieht sich dann hauptsächlich auf die Engelsmythologie, jeder noch so kleine Handlungsstrang ist allerdings fix erzählt und rast nur an dem Leser vorbei.
Das finde ich so schade, die Geschichte hat potenzial, die Mythologie wirkt super, aber die Autorin bietet für mich einfach zu wenig. Ich hätte einfach gerne mehr Handlung gehabt, ich hätte gerne gesehen wie sich hier was großes aufbaut, aber all das passiert nicht wirklich, stattdessen endet es mit einem miesen Cliffhanger bei dem man das Gefühl hat, hier könnte jetzt mal was beginnen. Ich finde es einfach schade, dass man ein Buch so kurz hält nur um mehr Teile daraus machen zu können, denn dieses Buch hätte locker noch 200 Seiten mehr vertragen können und dann hätte ich das ganze bei weitem auch mehr genießen können.

Dass dieses Buch so kurz ist wirkt sich auch auf die Charaktere aus, sie alle bleiben flach. Auch wenn Neila immer wieder positiv hervorgehoben wird, weil sie ja soo ein besonderes Mädchen ist und so anders als alle anderen (nicht nur weil sie ein Engel ist), das fand ich unglaublich nervig, denn natürlich sind alle sonstigen Mädchen gleich, ist klar. Vielleicht sehe ich das ein bisschen zu streng aber beim lesen habe ich das als sehr nervig empfunden und das hat Neila für mich auch ein bisschen unsympathisch wirken lassen.
Auch die Beziehungen untereinander wachsen total schnell, sie kommt an einen völlig neuen Ort, empfindet tiefe Trauer, aber die kommt kaum rüber. Stattdessen lebt sie sich schnell ein und eine Person von der sie sich Anfangs zurückgezogen hat, wird beim ersten gemeinsamen Ausflug zur "Ersatz-Mutter". Auch die Sache zwischen ihr und Raphael ist viel zu schnell, es gibt sofort diese magische Anziehung, die sich eventuell ja noch als Schicksal heraustellen könnte, aber auch sonst sprechen sie kaum miteinander verlieben sich aber immer mehr. Das ist einfach zu wenig und alles passiert hier so schnell, es wirkt einfach unglaublich aufgesetzt und gestellt. Hier fehlt mir Authenzität und Ehrlichkeit.


Das Buch ist in keinem Fall schlecht, die Idee hat mich fasziniert und wegen ihr werde ich auch weiterlesen, aber dennoch ist das Buch an zu vielen stellen holprig und bietet insgesamt zu wenig.
Potenzial ist da.



Kommentare:

  1. Ich finde das Cover etwas unruhig, weil die Schriftarten unterschiedlich sind.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das war mir gar nicht so bewusst aufgefallen. Natürlich will man den eigentlichen Titel ein bisschen vom Rest abheben, aber witzig, dass du das als störend empfindest. :)

      Löschen