Dienstag, 29. September 2015

[Rezension] Für alle Tage, die noch kommen

von Teresa Driscoll
"Wie sage ich meinem Kind, dass ich sterben muss? Gar nicht, beschließt Eleanor, als sie von ihrer Brustkrebserkrankung erfährt. Ihre achtjährige Tochter Melissa soll so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit haben. Stattdessen sammelt Eleanor Gedanken, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse in einem Buch, das sie bei ihrem Anwalt hinterlegt. Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch siebzehn Jahre danach fühlt Melissa sich unvollständig. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes Sam abgelehnt, den sie doch innig liebt. Da bekommt sie ein kleines Buch zugestellt – ein Buch, aus dem noch einmal ihre Mutter zu ihr spricht.”

  • Preis: 16,99€
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 368
  • Verlag: Knaur Verlag
  • Übersetzer/in: Carola Fischer
  • ISBN: 978-3-426-65371-5


Melissa ist 25-Jahre alt, als sie ein ganz persönliches Buch von ihrer Mutter erhält. Ihre Mutter starb an Krebs als Melissa gerade mal 8-Jahre alt war und Eleanor, hat Melissa nie wirklich die Möglichkeit gegeben abschied zu nehmen, weil sie ihr einfach nichts von der Krankheit erzählt hat.
In diesem Buch erklärt sie wieso, es ist ein Buch das Melissa viel Kraft fordert und nicht leicht zu verdauen ist, wird dieses Buch Melissa ihrer Mutter wieder näher bringen? Und wird das Buch ihr auch bei den wichtigen Entscheidungen helfen, die darauf warten getroffen zu werden?


Ich finde das Buch optisch wirklich schön, obwohl es eigentlich sehr schlicht ist. Aber das Gold sticht sehr hervor und ich mag auch die Pusteblumen die herumschweben. Bei mir löst es gleich ein "Will ich lesen" - Gefühl aus. :)


Manchmal sehne ich mich nach einem Buch das vom Verlust erzählt und das es schafft mich auf eine tiefere Ebene zu berühren.
Dieses Buch ist augenscheinlich genau so ein Buch und tatsächlich hat dieses Buch es geschafft, mir schon auf den ersten Seiten die Tränen zu entlocken.

Es ist die Geschichte einer Mutter die sterben muss, und sich einen ganz eigenen Weg des Abschieds ebnet.
Für Eleanor ist klar, dass Melissa nichts erfahren wird, aber ein Buch will sie ihr schreiben. Für Melissas späteres Ich, das viel leichter mit all dem umgehen kann und das einfach wesentlich mehr verstehen kann.
Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben, zu einem lesen wir von Eleanor aus dem Jahr 1994 und dann von Melissa und Max, ihrem Vater, im Jahr 2011.
Der Fokus allerdings liegt auf der Sicht von Melissa und Eleanor. Ich persönlich fands schön, dass man Max, Vater und Ehemann, nicht vergessen hat. Bin aber auch froh, dass der Kern bei Melissa und Elanor bleibt, denn es ist eine Mutter - Tochter Geschichte.

Ich persönlich muss sagen, dass gerade der Part von Eleanor mich unglaublich nahe gegangen ist.
Das erste was man spürt, wenn man die Geschichte aus ihrer Perspektive liest ist die unglaublich tiefe Liebe, die sie für ihre Tochter und auch für Max hegt.
Ich als Leserin hab diese Liebe wirklich gespürt, sie ist dermaßen präsent, dass ich mich schon selbst davon eingehüllt gefühlt habe.
Ein unglaublich schwerer Aspekt, der das weitere Buch aber nur noch schwerer macht, denn es hat mich nicht nur tangiert, dass Melissa ihre Mutter so früh verloren hat. Nein, auch das Eleanor dem Mutter sein beraubt wurde, hat mich wirklich traurig gemacht.
Die familiäre Situation wird ziemlich perfekt dargestellt, was mich aber gar nicht stört, aber Eleanor liebt das Mutter sein und blüht da wirklich auf und es ist einfach traurig, dass ihr die Zukunft ihres Kindes geraubt wurden ist.

Bei Melissas Part zeigt sich deutlich, dass der Verlust ihrer Mutter wirklich spuren hinterlassen hat, vielleicht gerade weil sie keinen wirklich Abschied bekommen hat..
Es sind ganz normale Sachen mit denen sie sich schwer tut, sie hat Angst zu enge Bindungen einzugehen etc.
Ich mochte Melissa sehr, auch wenn mir es teilweise schon ein bisschen schwer viel, alles genau nachvollziehen zu können. Weil sie wirklich glücklich sein könnte, sie es sich selbst aber nicht zu gesteht. Aber gestört hat es mich nicht und es ist für die Geschichte ja nur sinnig.

Die Entwicklung der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, es ist emotional und doch gibt es immer wieder die ruhigeren Momente die mich haben runterkommen lassen. Der Aufbau ist sehr gut gewählt, so dass man eigentlich permanent kleben bleibt. Denn nur nach und nach erfährt man was Eleanor ihr eigentlich sagen will und das hat bei mir einige Schock-Momente ausgelöst. Es gab also kleine Wendungen, die das Fass wirklich zum überlaufen gebracht haben, zumindest für mich und das ganze immer schwerer werden ließen. Womit das Buch definitiv sein Ziel erreicht.


Mich hat das Buch wirklich sehr berührt und ich hab es wirklich schnell weggelesen, weil mich der ganze Inhalt so gefesselt hat. Ich musste einfach wissen was Eleanor ihrer Tochter alles zu erzählen hat und ich habe beim Lesen Glück gespürt und Trauer, ich hab über Szenen Lachen und Weinen können und genau das habe ich bei diesem Buch gewollt. Es ist einfach ein wunderschönes Buch. ♥

                                    

Kommentare:

  1. Tolle Rezension! Das Buch hat mich ja vom Cover her schon total angesprochen, jetzt ist es aber definitiv auf meiner WuLi gelandet!

    Liebe Grüße, Sarah ♥

    www.sarah-liest.blogspot.de

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    1. Hey Sarah,
      vielen Dank und ich hoffe einfach für dich, dass das Buch ganz schnell wieder von der Wunschliste verschwindet und in deinem Regal vorzufinden ist. ^_^

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  2. Die Kombi aus Gold und Blau ist echt hübsch!

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    1. Ja, finde ich auch sehr. Wirkt auch sehr edel. :D

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