Freitag, 23. Oktober 2015

[Rezension] All about a Girl

von Caitlin Moran
"Wie soll man bloß in einer Sozialsiedlung in Wolverhampton inmitten einer chaotischen Familie erwachsen werden – mit einem Vater, der seit zwanzig Jahren von einer Karriere als Rockstar träumt und einer Mutter, die, obwohl sie schon drei Kinder hat, eine erneute Schwangerschaft bis zum Geburtstermin als Magenverstimmung deutet? Reicht Johanna Morrigans Trickkiste aus schwarzem Eyeliner, Doc Martens, derben Sprüchen, einem wilden Partystil und einem immensen Wissen über angesagte Popmusik aus, um sich neu zu erfinden, endlich Sex zu haben und die Familie aus der Misere zu retten?”

  • Preis: 14,99€
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 384
  • Verlag: Carl's books
  • Übersetzer/in: Regina Rawlinson
  • ISBN: 978-3-570-58542-9


Johanna lebt in einer Sozialsiedlung in Wolverhampton, ihre Familie bestehend us fünf Kindern und zwei Elternteilen kommt nur schwerlich über die Runden. Ihr Vater verliert sich in seinen Träumen als Musiker und ihre Mutter ist nach der kürzlichen Geburt ihrer beiden Zwillinge in Depressionen verfallen. Doch Johanna hat Ziele, um sich selbst weiterzuentwickeln und um ihre Familie finanziell zu unterstützen und so wird sie Journalistin in einem Musikmagazin und erfindet sich vollkommen neu, doch wird sie das wirklich weiter bringen?


Ich mag das Cover wirklich gerne, es fängt beim Stil an, der Farbwahl und auch, dass das Mädchen nur zur Hälfte zu sehen ist, ich finde es einfach sehr cool und mich hat es sofort neugierig gemacht.


Auf das Buch hab ich mich sehr gefreut und wenn man den Klappentext so liest, dann bauen sich natürlich gewisse Erwartungen auf und ich für meinen Teil kann nur bestätigen, dass sich meine wirklich erfüllt haben.
Das Buch ist auf jeden Fall anders als die meisten Bücher, es ist derbe und hält sich nicht zurück es ist die Geschichte eines jungen Mädchens die vollkommen in der Pubertät steckt und natürlich ist Sex da ein großes Thema, der Wunsch nach Intimität wächst und die Lust erwacht. Sicherlich ist es nicht bei jedem so extrem wie bei Johanna, aber ich fand es trotzallem nicht allzu unrealistisch und überzogen.
Johanna denkt sehr viel an Sex und will ihn unbedingt praktizieren, das mag für viele primitiv finden, ich persönlich finde es ziemlih mutig so schonungslos davon zu reden, gerade auch weil es sich um ein 14-16 jähriges Mädchen handelt und Mädchen ja generell schnell abgestempelt werden wenn sie so freizügig sind
Ich persönlich hab Johanna sehr schnell ins Herz geschlossen, weil sie so offen ist und es ihr egal ist was andere davon halten, sie ist jung und möchte Erfahrungen sammeln und ich fand es durchaus spanned sie auf diesem Weg zu begleiten - auch wenn mein Weg da ein ganz anderer war.^^

Johanna ist glaube ich schon ein bisschen schwierig und ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jeder mit ihr klarkommt, ich persönliche finde sie auch sehr extrem gezeichnet, so gibt es häufig peinliche Szenen mit ihr, weil sie sändig über das Ziel hinausschießt und redet ohne zu denken und auch sonst ist ihre Wandlung ganz schön extrem und ihr Weg vielleicht auch nicht immer realistisch. Mit 16 die Schule abbrechen und dann gleich darauf einen Job als Jorunalistin zu bekommen ist schon ganz schön großzügig.. Und auch wenn das ganze in den 90ern spielt und die Suche nach Arbeit noch anders war als heute, war mir das persönlich doch ziemlich weit hergeholt.
Aber es scheint als würde in Johanna viel von der Autorin selbst mit einfließen, denn sie hat wohl ähnliche Erfahrungen gemacht wie Johanna.

Ganz allgemein mochte ich aber den Ton des Buches, auf der einen Seite ist es frecht und rotzig, weder Johanna noch ihre Familie nimmt ein Blatt vor dem Mund und hier könnte man jetzt meinen typisches Klischee einer sozialschwachen Familie, aber die Familie kann auch anders, sie ist sehr belesen und kulturell interessiert und auch im Umgang mit Fremden können sie sich angemessen verhalten ohne negativ aufzufallen, wenn sie denn wollen.
Das mag dem einen oder anderen ein ziemlich starker Kontrast sein, mir persönlich hat gerade das wirklich gut gefallen und so gibt dieses Buch auch Raum für tiefsinnigere Gespräche untereinander.

Die Handlung selbst mochte ich persönlich, eben weil sie sehr unverblümt ist. Dennoch ist gerade die Musikszene für mich nicht unbedingt interessant und die nimmt einen großen Teil der Handlung ein, so dass es mir persönlich an manchen Stellen zu langatmig wurde.


Dieses Buch war für mich mal was anderes, es ist rotzig, derbe und schonungslos direkt, ich hab es als mutig empfunden und fand es besonders schön, dass es trotzallem auch eine Geschichte mit viel Herz ist und von der Liebe einer Familie erzählt.

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