Freitag, 9. Oktober 2015

[Rezension] Two Boys Kissing

von David Levithan
"Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, sich über die Gefühle füreinander klarzuwerden, nachdem man sich doch eigentlich gerade getrennt hat. So lange dauert es, das Leben aller schwulen Pärchen in der Umgebung für immer zu verändern …”

  • Preis: 14,99€
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 288
  • Verlag: Fischer KJB
  • Übersetzer/in: Martina Tichy
  • ISBN: 978-3-7373-5185-0


Craig und Harry küssen sich, nicht für einen Moment sondern für 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. Sie wollen den Weltrekord im Küssen brechen und gleichzeitig ein Zeichen setzen, für sich selbst und für alle anderen homosexuellen.
Der Kuss zieht die Aufmerksamkeit aller auf sich, die Aufmerksamkeit der Homosexuellen, der Medien, aber auch der Homophoben.
Und während Harry und Craig sich küssen scheint die Welt mit einem Mal nicht still zu stehen, denn es scheint sich etwas zu verändern..


Die Gestaltung ist eher schlicht und ich weiß nicht ob es wirklich dafür sorgt, dass das Interesse geweckt wird.. Was ich trotzallem mag ist der Punkt, dass es gut zu dem anderen Buch von David Levithan passt.


Ich muss sagen, dass ich wirklich neugierig auf das Konzept des Buches war, weil ich von Anfang an ein bisschen skeptisch war, wie hier eine Story wirklich funktionieren kann.
Die Idee ist ja erst einmal nur, dass sich zwei Jungen küssen und das dieses Ereignis das Leben drumherum beeindlusst, das finde ich von der Idee her wirklich spannend und hat für mich auch schnell wirklich gut funktioniert.

Ich mag es, dass man hier verschiedene Charaktere verfolgt, alle homosexuell, die aber alle vor anderen Problematiken stehen und sich in einer anderen Situation befinden. Das hat für Abwechslung gesorgt und war dadurch gleichzeitig sehr authentisch. Es zeigt nämlich auch den Jungen, der vor nicht so vielen Problemen steht wie manch ein anderer, weil seine Familie überhaupt kein Problem mit seiner Homosexualität hat etc.
Aber dann gibt es auch den Jungen, der sich selbst zerstört aufgrund seiner Neigung und dessen Eltern auch sehr hart darauf reagieren.
Dieses Buch ist also wie das wahre Leben, es ist nicht immer leicht und nicht fair und es gibt zu viele Idioten.

Was mir aber besonders gut gefallen hat, war die Erzählerstimme. Sie wirkt wie viele Geister die über das Geschehen wachen, es sind die schwulen aus der Vergangenheit, die jenigen, die an AIDS gestorben sind. Die sich selbst das Leben nahmen, die all das verstehen können und ihr Mitgefühl ausdrücken, auch wenn die Personen im Buch selbst das nicht hören können, so war das für mich als Leserin unglaublich schön. Vor allem waren diese Passagen sehr emotional geschrieben und hatten einfach einen schönen Klang, da hab ich gerne zugehört, auch wenn es nicht immer leicht war. (Weil sie viele schlimme Erfahrungen machen mussten.)

Schade fand ich, dass es hier im Buch einzig und allein um schwule geht. Ja das Buch stammt von einen Mann (der sich wahrscheinlich besser ins Jungs hineinversetzen kann) und es sind zwei Jungs die sich küssen. Und eventuell würden sich schwule  davon wesentlich mehr beeinflussen lassen als lesben, ABER letztendlich ist es egal ob es zwei Männer sind oder zwei Frauen, wenn es ein gleichgeschlechtliches Ereignis ist, dann steht sowas generell für die Homosexualität und dazu gehören auch die Frauen.
Das ist aber auch so der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich am Buch habe, weil ich es einfach schade finde und man noch mehr Vielseitigkeit hätte schaffen können, wenn man die Frauen mit einbezogen hätte, das ist zumindest mein Gefühl.

Ansonsten mochte ich die Charaktere, sie sind zwar immer nur sprunghaft anwesend und allegmein stechen sie nicht wahnsinnig heraus, aber insgesamt sind sie schon recht unkonventionell und brechen aus den gesellschaftlichen Normen heraus, das mag ich persönlich sehr gerne. Weil es dadurch nicht nur interessanter wird, sondern auch eine gute Botschaft bekommt.

Generell finde ich, dass das Buch einen guten Nerv trifft und wirklich sehr sensibel mit dem Thema umgeht, so dass ich gerade für die Zielgruppe eine klare Leseempfehlung aussprechen würde, weil ich schon glaube, dass das Buch einen offeneren Umgang fördert und mehr Verständnis hervorruft. Von daher, das Buch vermittelt definitiv etwas und das gefällt mir sehr gut.


Die Geschichte hat mir gut gefallen, es ist eine langsamaufbauende Handlung. Sehr nachvollziehbar wie sich während des Kusses einiges verändert, ohne übertrieben zu wirken. Zudem fand ich das Buch wahnsinnig schön erzählt und außerdem ist es eine wichtige Thematik gut umgesetzt, so dass ich es gerade der Zielgruppe klar empfehlen kann.


Kommentare:

  1. Ich finde dass das Buch sich sehr interessant anhört, es ist ein Thema zu dem ich noch nie ein Buch gelesen habe, muss ich mir unbedingt auf die Wunschliste setzten.
    Tolle Rezension
    LG Julialiciouus von So many books, so little time

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    1. Hey. :)
      Ja homosexualität ist jetzt auch bei mir eher ein seltenes Thema, die Idee hier fand ich aber nicht nur interessant sie wurde auch sehr gut umgesetzt, so dass ich sicher bin, dass es dir gefallen wird und danke. :)

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