Freitag, 27. Mai 2016

[Rezension] Kein Sommer ohne Liebe





  • Preis: 9,99€
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 528
  • Verlag: Fischer Verlag
  • Autor/in: Mary Kay Andrews
  • Übersetzer/in: Andrea Fischer
  • ISBN: 978-3-596-03534-2






Greer ist auf der Suche nach der perfekten Location für einen neuen Film, denn das ist ihr Job, sie sucht nach den Locations die der Regisseur, in diesem Fall Bryce, sich in seiner Fantasie vorstellt. Auf der Suche nach einem ruhigen und eher verlassenen Ort stößt sie auf Cypress Key und bringt damit einen ganzen in Ort in Bewegung. Vor allem das alte Kasino sorgt für Aufregung, denn der Regisseur will dieses unbedingt in die Luft jagen, doch Bürgermeister Eb versucht dies mit allen mitteln zu verhindern, während Greer versucht ihn davon zu überzeugen, dass es doch mittlerweile nur noch ein nutzloses Gebäude ist, kommen die beiden sich unweigerlich näher...


Auch wenn das Cover mich nicht sofort zu sich locken würde, finde ich es es rein optisch sehr hübsch. Es ist ein schönes Bild und die leuchtenden Farben stechen hervor, zudem passt es sehr gut zu einer Sommerlektüre und erweckt so die passenden Erwartungen. :)


Von Mary Kay Andrews hab ich bisher noch kein Buch gelesen, aber gehört hab ich von ihr und ich hab "Die Sommer Frauen" von ihr, auch noch auf dem SuB liegen.
Ich muss sagen, dass ihre Bücher generell nicht ganz in mein Genre fallen und dennoch finde ich, Bücher wie dieses, manchmal sehr angenehm zu lesen und bringt mal ein bisschen Abwechslung, so dass ich mich trotzdem sehr auf das Buch gefreut habe.

Den Start empfand ich dann auch als sehr angenehm, ich fand eine angenehme und idyllische Atmosphäre vor, die mir sehr zugesagt hat. Auch mochte ich es, dass die Autorin sehr viel Figuren vorgestellt hat, so dass der gesamte Ort einfach lebendig wurde und ein Geschicht bekommen hat. Natürlich bleiben dadurch viele Fguren nur schemenhaft, aber trotzdem hatte ich hier keine Schwierigkeiten ihnen die richtigen Rollen zuzuschreiben und kam nicht mit ihnen durcheinander.

Dadurch, dass insbesondere Greer mit sehr vielen Menschen interagiert und rein beruflich extrem eingespannt ist, war die Liebesgeschichte, mit der man fest rechnet, eher im Hintergrund zu spüren.
Das ist nichts was mich stört, ich mag es wenn Protagonisten sich auch noch um andere Dinge kümmern und die Liebe nicht zum Mittelpunkt, ihres Lebens mutiert.
Die Entwicklung die, diese Liebe nimmt verläuft dann aber in eine extrem unrealistische Bahn die ganze Zeit ist beim Lesen nicht allzu viel davon zu spüren und es gibt Hindernisse, die dafür sorgen, dass die beiden sich auch immer wieder voneiander entfernen und dann mit einem Boom ist es die größte Liebe aller Zeiten. Ich hatte das Gefühl etwas zwischenmenschliches verpasst zu haben und das war für mich einfach too much. Es wirkte konstruiert und nicht authentisch, was sehr schade fand aber eigentlich war es nur der Gipfel, der dafür sorgte, dass dieses Buch für mich immer schlechter wurde.

Denn die eigentliche Schwäche zeigt dieses Buch meiner Meinung nach in seinen Protagonisten. Ich mochte Greer von Anfang an nicht so wirklich, aber sie hat für mich dennoch einen Charakter gehabt den ich nachvollziehen konnte.
Im gegensatz zu Eb den ich Anfangs als sehr angenehm empfand, der im Laufe des Geschehens aber Dinge tut und sagt die für mich gar nicht gehen.
Eb hat seine Nichte Allie in seine Obhut genommen und sorgt sich natürlich um sie, aber was er nicht hat ist Vertrauen und er ist auch überhaupt nicht in der Lage Situationen entspannt anzugehen und manchmal vielleicht auch die Sicht des Mädchens zu betrachten, stattdessen wird sie in ihrem Handeln eingeschrenkt und verbote erteilt..
Das ist einfach etwas wo ich vielleicht etwas extrem reagiere, aber ich fand es einfach traurig zu sehen wie so eine Erzeihung als die eines liebevollen und besorgten "Vaters" dargestellt wird, denn daran ist einfach vieles falsch. Einsicht ist da aber nicht zu spüren, das war dann auch der Punkt wo Eb für mich seine Sympathie verloren hat, weil er falsch wirkte.

Aber auch ansonsten finde ich, hat die Autorin es sich mit den Charakteren sehr einfach gemacht, die Autorin hat ein klares Bild von schwarz und weiß und hat es sich auch mit Konflikten sehr einfach gemacht, in dem man nicht einmal ein bisschen hinterfragt warum dieser Mensch so oder so tickt. Das fand ich sehr schade, denn Potenzial wäre dafür definitiv da gewesen und hätte bei mir auf wesentlich mehr gefallen gestoßen. So war ich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch genervt von jedem einzelnen Charakter und war heilfroh als das Buch sein Ende gefunden hat.

Nur Greers aufgerollte Vergangenheit und Familiengeschichte, hat mir dann bis zum Schluss gefallen. Hier fand ich den Weg, den die Autorin gegangen ist sehr gut, er war langsam und mit Rückschlägen verbunden, aber das fand ich in diesem Fall nur mehr als authentisch.

Auch gefallen haben mir prinzipiell die Einblicke in Greers Beruf, auch wenn ich teilweise das Gefühl hatte, dass sie ganz schön viele Aufgaben hatte, die ich so nicht in ihren Vernatowrtungsbereich gesehen hätte.
Ansonsten ist dieses Buch ausgestattet mit sehr vielen Details was die Umwelt betrifft, so dass ich schon das Gefühl hatte alles bildhaft vor mir zu haben und für ihren Beruf passt es natürlich auch, dass man alles so im Detail vor sich sehen kann, es waren mir nur teilweise zu viele beschreibungen, wodurch langatmige Momente auftraten.


Ein Buch das mir von seiner Idee prinzipiell ziemlich gut gefallen hat, aber durch die Charaktere für mich einfach nur noch nervenaufreibend war, zu viele Klischees, zu viele vereinfachte Situationen. Mir fehlte hier einfach das richtige Gespür die Charaktere authentisch zu inszenieren und das war für mich bei diesem Buch in dem die Charaktere so im Zentrum des Geschehens stehen ein großer Minuspunkt.

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