Donnerstag, 21. Juli 2016

[Rezension] Dark Memories - Nichts ist je vergessen





  • Preis: 14,99€
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 384
  • Verlag: Fischer Scherz
  • Autor/in: Wendy Walker
  • Übersetzer/in: Verena Kilchling
  • ISBN:  978-3-651-02542-4






Jenny lebt in Fairview einer kleinen Stadt in Connecticut, in der generell nicht viel passiert, doch am Abend einer feier, wird sie brutal Vergewaltigt. Um ihre Tochter vor diesem Ereignis zu schützen verabreichen sie ihr ein Medikament, das alle Erinnerungen auslöscht.Während Jennys Mutter versucht zur Normalität zurückzukehren, kann ihr Vater nicht aufhören daran zu denken den Täter zu finden und auch Jenny kann, obwohl sie es versucht, nicht einfach weiterleben. Denn auch wenn sie keine Bilder zu der Vergewaltigung hat, so spürt ihr Körper das etwas mit ihr passiert ist. Für Jenny ist das kein Zustand und sie entschließt sich mit der Hilfe von Psychiater Alan Forrester Licht ins Dunkeln zu bringen und ihre Erinnerungen wieder herzustellen..

Die Cover von Thriller sind ja allgemein immer etwas schlicht, ich mag dieses Cover vor alem wegen den Effekten im Schriftzug, ich finde es wirkt ein bisschen so als wären es Narben und das passt für mich unheimlich gut zum Buch.

Ich bin ja generell keine große Thriller-Leserin, auch wenn derzeit immer mehr Bücher des Genres meine Neugier packen und so war es auch mit diesem Buch. Ich fand allein die Idee, dass Jennys Erinnerungen nicht mehr vorhanden sind, ihr Körper sich aber nicht von dem Ereignis lösen kann, sehr interessant und ich war sehr gespannt worauf das ganze hinauslaufen wird.

Schnell konnte ich aber feststellen, dass dieses Buch viel mehr zu bieten hat als nur Jennys eigene Geschichte, es entsteht ein komplexes Geflecht der einzelnen Charaktere, die alle ihre Probleme haben und alle mit etwas kämpfen, vor allem auch Jennys Eltern.
Das ganze Buch ist aus Alans Perspektive erzählt, der ist Jennys Psychiater und etrachtet das ganze vorwiegend auch aus dieser Perspektive, das heißt es ist ein sehr psychologischer Roman.
Es wird sehr viel in die Tiefe gegangen und viel erläutert, das fängt bei Jenny an und hört beim Polizisten auf, jeder der in der Geschichte zu Wort kommt, wird psychologisch zumindest ein bisschen auseinander genommen und ich muss sagen, dass ich das persönlich einfach nur genial fand.
Ich weiß mittlerweile, dass es für viele dadurch etwas schwierig war sich im Buch zurecht zu finden, man bleibt den Charakteren gegenüber immer recht distanziert, weil Alan eigentlich immer sehr diskret gegenüber den Protagonisten bleibt und auch so schien es häufig etwas langatmig für viele gewesen zu sein.
Für mich traf das aber gar nicht zu, mich hat es einfach so interessiert und das ganze wirkte einfach unheimlich gut recherchiert, so dass ich wirklich das Gefühl hatte, die Autorin hat sich mit der Psychologie des Menschen beschäftigt und hat sich wirklich Kenntisse angeeignet, wenn sie diese nicht schon vorab gehabt hat.
Dadurch, dass es alles also so authentisch wirkte, war das ganze für mich sehr ernstzunehmend und es hat mich gefesselt, ich bin generell aber ein Mensch der sich für die Psychologie interessiert von daher wurde für mich einfach eines meiner Interessensgebiete ordentlich gefüttert.

Ich mochte aber auch die Distanz die zu den Charakteren vorhanden war, Jennys Schicksal ist wirklich furchtbar und die Schilderungen der Tat sehr präzise, für mich war es allein deswegen schon von Vorteil, dass es z.B. nicht aus ihrer Sicht geschrieben war sondern eine ziemlich neutrale Person die Begebenheiten geschildert hat und bei Unterhaltungen mit Jenny selbst sein Fachwissen mit einfließen ließ, so dass ich die Bilder nicht zu nah an mich hernakommen ließ.
Ich mochte es allgemein auch sehr gerne, dass nicht nur Jenny im Fokus stand, sondern auch ihre Eltern in psychologische Behandlung kamen, beide für sich haben einen anderen Umgang mit dem was ihrer Tochter passiert ist und vieles begründet sich halt auf das wie sie sind und was sie selbst in ihrer Vergangenheit erlebt haben und so wird auch das alles thematisiert.
Es sind generell ziemlich viele Handlungststänge in diesem Buch vorhanden, es wirkte auf mich aber nie deplatziert, alles schien seinen Platz zu haben auch wenn das nicht immer ganz schlüssig war, aber gerade mit dem Ende des Buches zeigt sich mehr als deutlich, dass die Autorin ein sehr geschicktes Gesamtkunstrukt erschaffen hat und ich muss sagen, dass es mich nicht nur durch und durch überrascht hat, ich fand es ganz ehrlich einfach genial und es hat mich komplett umgehauen.
Es war einfach intelligent und komplex konstruiert und hat bei mir wirklich ein Wow-Gefühl hinterlassen, weil einfach alles nicht so wie erwartet war sondern viel, viel besser und ich hab dieses Buch mit jeder Seite spannender und spannender gefunden.

Der Klappentext des Buches, zeigt nur zu einem minimalen Bruchteil das Potenzial dieses Buches, ich war sehr froh, dass es so war, denn so hat es mich einfach komplett überraschen können. Ich war ganz fasziniert von der Geschichte, den Charakteren und fand den Erzählstil des Buches wirklich grandios gewählt. Ein gewisses Interesse für Psychologie sollte definitiv vorhanden sein, denn das Buch analysiert sehr viel, darüber hinaus bietet es ein Ende, das für mich nicht zu erahnen war und mich komplett überzeugt hat.

1 Kommentar:

  1. Hey,
    das ist so ziemlich die erste positive Rezension, die ich zu diesem Buch gelesen habe. Ich hatte mich nach der Leipziger Buchmesse so darauf gefreut und habe es mir sofort geschnappt als es auf Arbeit als Leseexemplar ankam und dann war es so eine herbe Enttäuschung für mich. Ich habe mich bis Seite 185 durchgekämpft und dann habe ich es abgebrochen. Auch die Auflösung (ich habe durchgeblättert) konnte mich dann nicht groß überraschen oder faszinieren, sodass ichs habe sein lassen. Es war mir zu langweilig und langgezogen. Leider leider gar nichts für mich. :/

    Liebst, Lotta

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