Samstag, 16. Juli 2016

[Rezension] Das Spiel 01 - Opfer





  • Preis: 9,99€ [D]
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 400
  • Verlag: Heyne Hardcore
  • Autor/in: Jeff Menapace
  • Übersetzer/in: Sven-Eric Wehmeyer
  • ISBN: 978-3-453-67707-4






Amy und Patrick Lambert planen, gemeinsam mit ihren Kindern, übers Wochenende weg zu fahren.
Bereits auf der Hinfahrt nach Crescent Lake häufen sich suspekte und auch beängstigende Ereignisse, die Lust auf den weiteren Trip sinkt bei Amy stark doch Patrick überzeugt sie davon, dass der Urlaub toll sein wird.
Die Lamberts ziehen kein Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen, ein Fehler, denn die Fanneli Brüder spielen wieder und die Lamberts wurden als ihre nächsten Opfer ausgewählt...

Dieses Cover ist ziemlich typisch fürs Genre, ich finde es ja immer ein bisschen langweilig einfach einen blutigen Gegenstand als Cover zu nehmen, aber was solls. :)

Ich war furchtbar neugierig auf dieses Buch, denn der Klappentext klingt nicht nur nach Funny Games es steht auch hinten drauf und das US Remake davon mag ich ziemlich gern. :D
Als Leserin wusste ich natürlich sofort, in welche Richtung dieses Buch gehen wird und da ist für mich immer so ein kleiner Knackpunkt, denn auch wenn ich bei Filmen so ziemlich alles harte abkann, sieht das bei Büchern generell ganz anders aus, da ist meine eigene Fantasie dann einfach zu stark und unbezwingbar als, dass mir nicht ganz anders wird, wenn es zu gewissen Szenarien kommt.. Das ist für mich häufig der Grund um die Finger von Büchern wie diesen zu lassen, aber der Reiz war hier einfach ziemlich groß. :)

Mit dem Buch hatte ich aber schon schnell erste Schwierigkeiten, die standen allerdings nich im Zusammenhang mit meiner oben genannten Befürchtung. Es schlich sich nach dem Klappentext einfach eine gewisse Erwartunsghaltunge ein, ich als Leserin wusste genau worauf das ganze hinauslaufen sollte, dennoch besteht dieses Buch aus einer langen Aufbauphase, in denen mit der Familie Lambert gespielt wird und von ihnen abgelassen wird, nur um sie in Sicherheit zu wägen.
In diesen Phasen erfährt man sehr viel vom familiären Urlaubsalltag, dadurch baut sich zwar schnell ein gewisser Bezug zu den Protagonisten auf, auf der anderen Seite bleibt die Spannung dadurch überwiegend auf einem nidrigen Niveau.
Mit den kleinen Spielereien versucht man dann etwas Nervenkitzel zu erzeugen, aber das gelang für mich nicht wirklich, weil ich eigentlich immer nur auf den entscheidenen Punkt gewartet habe in denen die Familie realisiert, dass sie wirklich in der Falle sitzen.

Was die Beschreibungen betrifft, so war ich ganz froh, dass die Szenarien die grausam waren bei mir keinen Ekel hervorgerufen haben, weil der Autor sie zwar erzählt hat aber nicht allzu detailliert beschrieben hat, generell waren die Szenerien aber auch weniger schlimm als befürchtet.
Im Urlaubsalltag lässt der Autor sich meiner Meinung nach aber zu sehr vielen Beschreibungen hinreißen. Es wird auf sehr viele kleine Details geachtet und alles mit mir als Leserin geteilt, für mich war das definitiv zu viel des Guten, zu mal ich eh schon Probleme mit der Spannung habe, die dadurch sicherlich nicht gestiegen ist.
Ich will jetzt aber keineswegs das ganze Buch schlecht reden, denn die Idee dahinter mochte ich auch weiterhin, ich finde nur man hätte mehr Tempo mit einbringen müssen, besonders positiv fand ich aber das, dass Buch nicht nur aus einer Perspektive geschrieben ist und nicht nur die Familie Lambert begleitet sondern, dass auch die Fanelli-Brüder ihren Raum bekommen haben und man in ihre Gedankenwelt und in ihre Vergangenheit eindringen kann.

Dadurch kam für mich ein wahnsinnig interessanter Aspekt zu Tage, ich konnte erfahren wie es bei ihnen begann, dass sie anfingen zu morden, ich konnte von ihnen genau erfahren warum sie es taten und wie viel Freude sie daran hatten, es war unheimlich psychopathisch und ich muss sagen, daran hätte man vielleicht noch mal ein bisschen mehr anknüpfen sollen, ich finde es gruselig wie sie das was sie tun rechtfertigen und genießen - ich mochte die Brüder, nicht menschlich gesehen sondern als die bösen, denn sie waren interessant, gruselig, grausam und vielseitig und ich fand es sehr spannend zu sehen wie sie reagierten wenn es zu einer für sie unerwarteten Situation kam etc.

Ich war zwar klar auf der Seite der Lamberts aber mit ihrem Verhalten konnte ich leider nicht viel anfangen, für mich war es völlig unlogisch wie sie reagierten und gehandelt haben, vor allem bei Patrick. Amys Alarmglocken gingen zwar an, aber sie ließ sich von ihrem Mann viel zu schnell davon überzeugen, dass das alles nur unglückliche Zustände sind die sich zufälligerweise häufen...
Ich hab mich permanent über sie aufgeregt und es war so unrealistisch und ich wusste genau, wenn sie sich einfach nur wie jeder andere Mensch auch verhalten hätten, wäre das ganze nicht passiert und das ist ein Aspekt den ich auch wieder sehr ärgerlich finde..

Die richtige Spannung beginnt ca. bei der Hälfte des Buches wobei sich der finale Showdown ziemlich schnell wieder erledigt hat, also davor gibt es noch mal viel Aufbauzeit, in denen man aber zumindest mal die reale Angst der Protagonisten zu spüren bekommt. ;)
Am beeindruckensten fand ich aber eigentlich die letzten 5 Seiten vom Buch, hier kam mir wirklich der Schauder über den Rücken gelaufen, das war so ein Ende das hat mich gepackt und kam unerwartet und die Lust darauf die Reihe fortzusetzen ist hier noch einmal erheblich gestiegen.

Prinzipiell kein schlechtes Buch und ich es es auch nicht schlimm, dass es weniger grausam war als gedacht aber ein bisschen mehr Tempo wöre sehr gut füe die Handlung gewesen und auch ein logischeres Handeln der Protagonisten fehlte mir sehr.
Dennoch war gerade das Ende und der Täter-Typ wirklich sehr genial und ansprechend für mich und ein echtes Highlight!


Kommentare:

  1. Huhu,
    ich les das Buch momentan und bin noch etwas zwiegespalten. Die Kapitel sind ja recht kurz gehalten, was mir eigentlich sehr entgegen kommt. Ich mag das eigentlich ganz gerne.
    Allerdings bin ich der Meinung, dass einige der Kapitel restlos gestrichen werden könnten, ohne dass es der Geschichte einen anderen Verlauf verpassen würde. Und immer wieder dieses Darauf-Rumgereite, wie toll die Familie doch ist und wie grandios sich Amy und Patrick auch nach 12 Jahren Ehe noch verstehen. Das ist mir alles irgendwie too much.
    Schauen wir mal, wie meine abschließende Meinung ausfällt. Ein Gutes hat das Buch nämlich: es lässt sich recht schnell durchlesen :D

    Alles Liebe, Nelly

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  2. Hallöchen!

    Also ich fand den ersten Teil der "Spiel"-Trilogie ganz gut. Die Handlung konnte mich fesseln und auch die Charaktere waren mir irgendwie sympathisch. Zum Teil fand ich die Geschichte aber etwas vorhersehbar/ wenig kreativ, denn sowas wurde schon viel zu oft in Genre-Filmen verarbeitet. Nichtsdestotrotz bin ich definitiv auf den zweiten Teil gespannt und erhoffe mir etwas mehr Kreativität vom Autor.

    Liebe Grüße
    - Peter
    http://petersbuecherkiste.blogspot.de

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