Montag, 13. März 2017

[Rezension] Klar ist es Liebe





  • Preis: 12,99€ [D]
  • Einband: eBook
  • Seitenanzahl: 272 (Printausgabe)
  • Verlag: Sauerländer
  • Autor/in: Sandy Hall
  • Übersetzer/in: Maren Illinger
  • ISBN: 9783733601454






Lea und Gabe sind scheinbar das perfekte Paar, sie mögen einander aber verpassen immer wieder den richtigen Augenblick um es den anderen zu zeigen und manchmal steht auch die Angst vor einer Enttäuschung ihnen im Weg oder der andere bekommt jegliche Versuche nicht mit. Dabei weiß jeder außer die beiden selbst, dass sie füreinander perfekt wären. Ihre Freunde, Lehrer ja selbst die Starbucks Bedienung und der Busfahrer merkt was sie selbst nicht begreifen können: Klar ist es Liebe...

Das Cover ist wirklich sehr hübsch wie ich finde, ich mag das Herz was aussieht wie ein Baum und die ganzen verschnörkelten Verzierungen drum herum, noch toller finde ich die kleinen Details wie das Eichhörnchen oder ein Kaffeebecher die sich in der Handlung wieder finden lassen, wirklich toll! :)

Das Konzept dieses Buches fand ich mega spannend, es ist eine Liebesgeschicht von zwei Menschen die aus der Perspektive vieler einzelnen Personen erzählt wird und man die Entwicklung nur durch ihre Augen mitverfolgen kann.
Zu einem fehlt dadurch der direkte Bezug zu den Gefühlen von Gabe und Lea, es sei denn sie reden bewusst darüber und auch deren Gedankenwelt ist außer dem was sie nach außen tragen vollkommen verschlossen, das fand ich wirklich sehr spannend.

Das Prinzip funktioniert eigentlich auch ziemlich gut, trotzallem bekommt man ein gutes Bild von den beiden und baut zudem noch eine eigene Beziehung zu den ganzen Beobachtern auf. Auch wenn sie ihre Sicht mal auch nur auf zwei Seiten teilen. Richtig toll fand ich die Auswahl an Beobachtern oder manchmal war es auch nur ein Zuhörer, sowie eine Bank auf der die beiden mal sitzen, ein Eichhörnchen das sich mit Lea anfreundet. Der Schreibstil wird sich dann auch jeder Person bzw. Tier oder Gegenstand angepasst und man denkt sich nur, ja so könnte es in einer Bank vorgehen wenn sie denn fähig werden zu denken. Es ist von daher nicht nur ein authentisches Gefühl das man beim Lesen spürt, es wirkt auch einfach unheimlich süß und liebevoll. Man merkt, dass die Autorin sich einfach jede menge Gedanken dazu gemacht hat.

Von der Handlung her gibt es auch keine wirklichen Lücken, weil in der Regel immer jemand da ist der einen von ihnen oder beide beobachtet, gerade auch die Freunde nehmen da einen großen Raum ein und schildern die Gespräche die sie mit Gabe oder Lea führen. Dort erfährt man dann auch relativ gut wieso es den beiden so schwer fällt und kann es demnach auch gut nachvollziehen.
Dennoch steckt dahinter die große Schwäche dieses Buch, zwar macht es Spaß immer wieder in neue Charaktere zu schlüpfen und deren Beobachtungen zu folgen, dadurch ließ sich das Buch für mich auch schnell und flüssig lesen. Eine gewisse Langatmigkeit stieg dennoch auf, weil es einfach ein ewiges vor sich herdümpeln ist, es ist immer das gleiche. Der Beobachter hofft, dass die beiden einen Schritt aufeinander zugehen und spürt beim Anblick von Ihnen, dass sie zusammengehören. Und wenn es dann mal soweit war, dass sie sich annäherten kam gleich darauf wieder etwas, dass sie wieder in Zweifel brachte. Irgendwann war ich dieses Schema leid und da kann der Aufbau der Geschichte noch so toll und einzigartig sein, die Handlung selbst wurde ein wenig nervig und ab der Mitte fieberte ich so eigentlich nur noch dem Ende hin, was ich wirklich sehr schade fand. Weil auch die Charaktere an und für sich stimmig waren und ich diese mochte, aber es wurde einfach langweilig.

Das Ende hat mir gut gefallen, es passte zu dem was im Vorhinein schon alles geschehen ist, dennoch reißt das natürlich nicht mehr allzu viel raus, denn eigentlich war ich einfach nur noch erleichtert, dass es zum Ende kam. Was angesichts des Potenzial dieser Geschichte echt schade ist.

Die Erzählstruktur ist wirklich toll und gerade für ein Liebesroman auch ziemlich ungewöhnlich, mit ihr hatte ich viel Freude - gerade auch weil die Autorin sich an eher unkonventionelle Beobachter herangetraut hat, deren Sicht sie wirklich gut dargestellt hat. Die Handlung an und für sich zerstört sich aber ab einem gewissen Punkt selbst, weil sie es nicht schafft sich rechtzeitig in Bewegung zu setzen.

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