Montag, 22. Mai 2017

#BloggerGegenRechts


Hallo meine Lieben,

wahrscheinlich sind einige von euch in der Zeilenspringer - Gruppe auf Facebook, gestern wurde in dieser Gruppe ein Beitrag einer Autorin geteilt, der für ziemlich viel aufsehen gesorgt hat, denn der Beitrag war triefte nur so aus allen rechten Ecken, wenn ihr versteht was ich meine. Vielleicht habt ihr davon schon mitbekommen?

Das hier ist ein Buchblog und Politik hat hier eigentlich selten einen Raum, dennoch gehöre ich zu den Blogger*innen die auch bei Büchern darauf achten, dass sie mit meinen Werten konform gehen und Sexismus, Rassismus etc. prangere ich an.
Und wenn ich das bei fiktiven Büchern schon tue, weil ich zu meinen Werten stehe - dann halte ich ganz gewiss nicht meine Klappe wenn eine Autorin sich in diese Richtung äußert und dabei ist ihr Autorenprofil mit dem braunen Mist zu beschmieren.
Die Buchmaid hat auf ihrer Facebook Seite nun die Aktion gestartet in der sie sich selbst zum Thema äußert aber auch zum mitmachen aufruft und das tue ich nun, ich werde laut, erhebe meine Stimme für die Freiheit und für die Menschlichkeit!

Ich scheue mich nicht davor Namen zu nennen, im gestrigen Fall ging es ganz speziell um Pat McCraw, eine Autorin die als Selfpublisherin im Gay-Romance bereich schreibt.
Ich selbst habe noch kein Buch von ihr gelesen, es ist nicht mein Genre und selbst wenn es so wäre, seit gestern steht für mich fest, dass ich definitiv nie etwas von ihr anrühren werde. Der Post von gestern ist mittlerweile gelöscht, aber wie es so ist auf ein Misthaufen folgt der nächste und so finden sicht auf ihrer Facebook Seite und ihrem Twitter Profil jede menge Posts die ihre politische Richtung deutlich machen.

Wenn ich mich durch ihre Profile scrolle dann bekomme ich wirklich das blanke kotzen. In mir schäumt sich die Wut und das schreiben ist ein gutes Ventil um diese ein bisschen zu loszulassen, das traurige ist, dass sie kein Einzelfall ist, die Kommentare unter ihrem Posts sind teilweise noch viel schlimmer.
Von daher ist die Autorin der Stein der diesen Post ins Rollen gebracht hat, er gilt aber all den Menschen die nur starr nach rechts schauen und dadurch blind werden für die Menschlichkeit.
In mir macht sich einfach ein Unverständnis breit, ich verstehe nicht wie man Menschen einen solchen Hass entgegen bringen kann, nur weil sie eine andere Herkunft haben, weil sie anders aussehen etc.

Und ja es gibt sie, die schwarzen Schafe die böses wollen, aber in Zeiten wie diesen wo selbst die Medien immer extra erwähnen, dass die Taten von Ausländern begangen wurden sind und sich genau diese aus einem großen Pool an Verbrechen fischen, die tagtäglich begangen werden, wird allzu häufig vergessen, dass auch deutsche böse sein können. Denn oh Wunder, Kriminalität gab es auch schon vor der Flüchtlingswelle, es wurde auch vorher schon vergewaltigt und ermordet.
Warum? Weil es zwischen all den guten Menschen eben auch die schlechten gibt. Aber das ist unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und ja sogar von Sexualität.
Und ja, diese Menschen gilt es zu bekämpfen aber deswegen kann ich doch nicht durch die Welt laufen und meinen, dass man die bösen anhand von irgendwelchen äußerlichen Merkmalen erkennen kann und schon gar nicht kann ich alle in einen Topf schmeißen. In was für einer Welt würden wir dann leben?
Dann müsste ich für immer allein sein, denn wenn man genau das tut, dann stellt absolut jeder eine potenzielle Gefahr dar. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, denn irgendwo hat schon jeder dieser Gruppen mal etwas furchtbares und unverzeiliches getan.
Wie kann man so engstirnig sein und deswegen alle unter einen Generalverdacht stellen, vor allem eine Angst entwickeln?

Ich selbst komme aus einer kleinen Stadt und auch bei uns merkt man, dass die Bevölkerung mittlerweile wesentlich bunter ist und viele verschiedene Kulturen vertreten sind. Doch nie, nie habe ich Angst gespürt und oh schreck noch nie ist mir etwas passiert. Ich habe bisher nur sehr freundliche und dankbare Flüchtlinge getroffen, die sich über jeden noch so kleinen menschlichen Akt bedankt haben.
Stattdessen habe ich ein Haus weiter von meinem mitbekommen müssen, wie jemand ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsfamilie verursacht hat, der zum Glück nicht allzu erfolgreich war, aber dennoch kleinen Schaden zugefügt hat und die Familie vertrieben.
Und das soll gar nicht heißen, die Gefahr geht nicht nur von den "anderen" aus, sie war auch vorher schon im Land und sie geht auch von den Menschen aus die voller Hass auf alles andere blicken und ich bin ehrlich, diese Leute sind es die mir Angst machen. Ich habe keine Angst vor der "islamisierung" Deutschlands, ich habe Angst vor der Verbreitung von Hass und brauner Scheiße, denn sie bekämpfen die Freiheit der Menschen ebenso sehr wie der Terror den sie fürchten!

Jetzt ist das ganze ganz schön viel geschriebenes und wahrscheinlich wiederhole ich mich mehrfach, aber meine Gedanken müssen gerade einfach raus, zumal es eins von diesen politischen Themen ist, bei dem ich sehr sensibel reagiere.

Vor allem, wer von denen, die sich in ihrem rechten Gedankengut winden, hat denn schon tatsächlich mal mit einem Flüchtling zusammen gesessen und sich mit ihm oder ihr unterhalten?
Ich habs getan, im letzten Jahr konnte ich eine junge Frau kennenlernen aus Syrien und was sie mir erzählt hat, hat mich tief berührt.
Es ist für jemanden wie mich, der soetwas nie erlebt hat, unvorstellbar. Aber es hat mich geprägt und auch wenn ich schon vorher der Meinung war, dass Deutschland helfen muss, so war ich es danach erst recht. Was wären wir für eine Welt in der nur jeder in seinen (Landes-)Grenzen denkt und außerhalb alles nur mitangesehen wird?
In so einer Welt möchte ich nicht leben!


Kommentare:

  1. Hey,

    In vielen Dingen gehe ich durchaus mit dir konform und ich mag auch die AfD und ihre Ansichten nicht, dennoch denke ich, dass man sich damit auf recht dünnes Eis begibt, wenn man behauptet, dass jemand, der mit der AfD sympathisiert, rechts ist. Und das ist das, was ich vordergründig auf dem Profil, der genannten Autorin feststellen kann. Die Grenze zwischen wirklich rechts und rechtspopulistisch ist glaube ich sehr dünn. Es ist echt ein sehr schwieriges Thema.
    Es ist wichtig, dass man auf solche Dinge aufmerksam macht, aber ich weiß nicht so ganz, ob es richtig ist, eine andere Person bloßzustellen und ob es nicht vielleicht besser wäre einfach nur aus seiner Sicht zu schildern für welche Werte man steht. Es hat für mich persönlich irgendwie einen faden Beigeschmack.
    Ich kann aber auch die Wut verstehen, die du in dir hast, wenn man den Bullshit liest, den manche so veröffentlichen. Gerade auf facebook wird mir bei vielen Kommentaren zu bestimmten Beiträgen echt schlecht.
    Ich glaube, du machst dich durch das erwähnen der betreffenden Person in gewisser Weise angreifbarer und die Werte, für die du eintreten möchtest, könnten meiner Meinung nach, dadurch auch etwas untergehen, denn diese finde ich richtig und wichtig.

    LG, Moni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Moni,

      danke für deinen Kommentar und auch das kritische betrachten. Ich kann das durchaus nachvollziehen, ich hab auch überlegt ob ich den Post mit Namen versehen soll oder nicht, bei einer privat Person (bzw. hätte sie all das nur privat gepostet) hätte ich es wohl nicht gemacht, bei einer Person die mehr oder minder in der Öffentlichkeit steht und vor allem auch ihre öffentliche Autoren Seite nutzt um über andere Menschen zu hetzen, sieht das ganze für mich in diesem konkreten Fall anders aus. Aber ich verstehe deine Einwände, das sind durchaus Gedanken die ich hatte und habe. Nur, ich als Leserin distanziere mich gerne von Autoren die evtl. zwar gute Bücher schreiben mögen, aber menschlich gesehen für mich moralisch in einer ganz unteren Liga spielen. Von daher ist es auch wichtig für mich die Namen zu kennen. Auch ein Grund für mich ihn zu nennen bzw. eher DER Grund denn ich denke mit den Gedanken bin ich nicht allein

      Ob jeder Anhänger der afd direkt rechts ist, darüber kann man sich streiten, Tendenzen werden jeden Falls da sein - so sehe ich das. Und die geteilten afd Post gehen ja auch stark in diese Richtung.
      Zumal es im besagten Post (der leider gelöscht ist) schon sehr eindeutig war. Da ging es darum, dass sie einen gewissen Supermarkt nicht mehr betreten werde weil nur noch die Mitarbeiter deutsch wären, die Ausländer nur mit Kleingeld aus geknackten Automaten zahlen würden und die Ausländer hinter ihr an der Kasse gierig auf ihre Geldbörse starren würden, weil sie mit einem 100€ Schein gezahlt habe. Nur ein paar Beispiele aus dem Text die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Es war schon sehr fremdenfeindlich zu sehr um bei mir noch Zweifel zu hinterlassen, was die politische Richtung der Autorin betrifft.

      Aber ich verstehe total was du meinst und kann auch deine Sorge verstehen, dass das eigentlich wichtige dadurch untergeht. Das wäre in der Tat nicht schön, aber deswegen ist die Autorin mehr oder minder auch nur die Einleitung, wie das vin anderen aufgefasst wird und was eher hängen bleibt ist natürlich nicht zu beeinflussen.

      Alles liebe
      Svenja

      Löschen
    2. Schön, dass du meine Meinung verstehen kannst. Es ist auch echt ein schwieriges Thema und da muss jeder auch so ein bisschen für sich herausfinden, wie man damit umgehen möchte. Den einen richtigen Weg gibt es dafür, denke ich, eher nicht.
      Ich hab den Post mittlerweile gesehen und ja, der ist echt heftig. Diese Meinung unterstütze ich definitiv nicht. Leider bringt es auch oft nicht viel, mit Leuten, die eine ähnliche Meinung vertreten zu diskutieren. Das habe ich auch schon ausprobiert.

      LG, Moni

      Löschen
    3. Da die Autorin das selbst öffentlich gepostet hat (und es auch nicht ihr erstes Posting in diese Richtung ist), sehe ich selbst nichts Verwerfliches dabei, sie auch beim Namen zu nennen, da es um einen konkreten Post geht. Natürlich gibt es in Deutschland die Meinungsfreiheit, aber dazu gehört auch, dass man Kritik aushalten muss, wenn man seine Meinung postet.

      Löschen
    4. Etwas Verwerfliches sehe ich darin auch nicht wirklich. Du hast schon recht, man muss dann auch Kritik abkönnen. Aber die Werte sollen doch eigentlich noch mehr im Vordergrund stehen und ich finde diese können auch gut für sich alleine als starkes Argument stehen.

      Löschen
  2. "Den einen richtigen Weg gibt es dafür, denke ich, eher nicht."

    Damit hast du, wie ich finde, vollkommen recht Moni. Und wie gesagt, ich kann es auch vollkommen nachvollziehen und denke, dass du irgendwo auch recht damit hast. :)

    Und ja, das ist leider auch eine Erfahrung die ich schon machen musste, man kann selten jemanden der so festgefahren ist in seinem Weltbild, vom Gegenteil überzeugen. Nicht mal mit starken Argumenten etc.
    Leider ist es ja mittlerweile keine Minderheit mehr, die zumindest (leicht) rechte Tendenzen haben. Sie befinden sich leider auch in meinem Umfeld, aber auch wenn es nichts bringt zu diskutieren, da sie die Welt mit ihren Augen und ich mit meinen sehe, und auch wenn es nervenaufreibend und eventuell hofnungslos ist, so kann ich es dennoch nicht lassen, mein Wort dagegen zu erheben.
    Immer mit der stillen Hoffnung, dass vielleicht doch irgendwo mehr Verständnis und Weitsicht aufkeimt und wenn es nur irgendwann bei einer Person geschehen mag, dann hat sich das für mich schon gelohnt. :)

    AntwortenLöschen